Veranstaltungs-Highlight im April – Wochenrückblick KW 13

Fondsmanager im Fokus: Großbritannien und Nordirland

Daniel Hardt

Daniel Hardt (Fondsmanager G|D|W)

Die griechischen Parlamentswahlen sind erst zwei Monate her, da zeichnet sich am Horizont schon die nächste Wahl ab, die das europäische Gleichgewicht beeinträchtigen könnte: Die Unterhauswahl im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland am 7. Mai 2015. Zwar ist der Ausgang der Wahl aktuell kaum zu prognostizieren, dennoch hat der aktuelle Premierminister David Cameron mit seinem Versprechen, bei einem Wahlsieg seine Landsleute über einen Verbleib in der Europäischen Union möglichst noch vor 2017 abstimmen zu lassen, ein neues Gefahrenszenario für die EU auf die Agenda gebracht. Darüber hinaus hätte ein britischer Austritt aus der EU („Brexit“) das Potenzial, um für einige Verwerfungen an den Kapitalmärkten zu sorgen.

Ein Blick auf die Aktienmärkte zeigt, dass sich der britische Leitindex FTSE 100 seit Jahresanfang weitaus schwächer entwickelt hat als z.B. der pan-europäische Aktienindex STOXX 600 Europe. Dies liegt einerseits natürlich an der „konservativeren“ Geldmarktpolitik im Vergleich zur EZB und den daraus folgenden Auswirkungen auf den Euro-Pfund-Wechselkurs. Andererseits sind sich viele Ökonomen und Marktstrategen einig, dass nicht nur die Finanzindustrie unter einem britischen EU-Austritt leiden würde, sondern insgesamt das Wachstum in einem solchen Szenario um geschätzt bis zu ca. 0,5% p.a. sinken könnte. Das hätte dann direkte Auswirkungen auf die Unternehmen, den Arbeitsmarkt und den Konsum im Land. Nicht wenige Analysten hegen daher den Verdacht, dass sich Investoren mit Käufen in Großbritannien und Nordirland zur Zeit ein wenig zurückhalten, da im Falle eines „Brexits“ mit fallenden Aktienkursen zu rechnen ist.

Für unsere Anlagephilosophie sind Ländereinschätzungen wie z.B. vom Vereinigten Königreich nur im Rahmen unserer Fundamentalanalyse von Bedeutung, die ausschließlich zur Überwachung des Anlageuniversums dient. Bei dieser Analyse werden mit Hilfe eines Indikatorensystems volkswirtschaftliche, risiko- und markttechnische Einflussgrößen gemessen, um Regionen mit zu hohen oder akuten Risikopotenzialen (z.B. Ereignisrisiko) aus dem Anlageuniversum ausschließen zu können und somit dem regelbasierten Investmentprozess erst einmal nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Dieses Risikopotenzial ist im Falle des Vereinigten Königreiches allerdings aus unserer Sicht nicht unmittelbar gegeben. Gleichwohl sind die risikoadjustierten Performancedaten des britischen Aktienmarktes eher enttäuschend, so dass unser regelbasierter Investmentprozess, der die Portfolioallokation festlegt, von einer Investition in dieser Region bisher abgesehen hat.

 

Veranstaltungs-Highlight im April

Gauly | Dittrich | van de Weyer ist im April als Gastgeber unter den Referenten des InvestmentKongresses. Markus van de Weyer, Geschäftsführer und Fondsmanager, wird in seinem Vortrag „Gut investiert – Mit Multi-Asset-Investment Strategien 2.0“ auf die aktuelle Kapitalmarktsituation eingehen und Lösungsvorschläge im Negativzinsumfeld präsentieren. Viele Finanzberater haben erkannt, dass die Strategien der Vergangenheit nicht mehr zu befriedigenden Anlageergebnissen führen. Gauly | Dittrich | van de Weyer geht einen Schritt weiter und kombiniert sowohl traditionelle als auch moderne, state-of-the-art Analysetechniken mit einem stringenten Risikomanagement, zum Nutzen des Anlegervermögens.

Gemeinsam mit Investment & more bieten wir Ihnen beim InvestmentKongress 2015 – wie gewohnt an 6 Standorten – die Gelegenheit, Ihre „Neukundenquote zum Nulltarif zu steigern“. Erleben Sie mit Roger Rankel einen der renommiertesten Vortragsredner und Vertriebsexperten im deutschsprachigen Raum. Auf seiner Kundenliste stehen kleine Firmen, Mittelständler, Genossenschaften und Verbände ebenso wie DAX-Unternehmen. Als Vordenker und Analytiker ist er seit Jahren Lehrbeauftragter für Marketing an verschiedenen Universitäten.

Termine, auch in Ihrer Stadt:
13.04.2015  München
14.04.2015  Stuttgart
15.04.2015  Frankfurt
27.04.2015  Düsseldorf
28.04.2015  Hamburg
29.04.2015  Berlin

 

 

Für viele Finanzdienstleister, die für sich selbst und für ihre betreuten Anleger immer wieder nach neuen Lösungen und Antworten suchen, ist der InvestmentKongress geradezu eine Pflichtveranstaltung. Denn hier bekommen Sie an einem einzigen Tag 6 innovative Investmentkonzepte geboten und erhalten im More-Part zusätzlich Impulse zum Thema Empfehlungsmarketing.

Teilnehmer der letzten Veranstaltungen und der InvestmentStammtische wissen es: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Sichern Sie sich am besten jetzt gleich verbindlich Ihren Platz. Die Teilnahme erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen und ist für Sie kostenfrei. Die Veranstaltung wurde beim FPSB Deutschland beantragt und erhält 4,0 – 5,0 CE-Credits.

 

OIFs gewinnen Vertrauen der Anleger zurück

Offenen Immobilienfonds (OIFs) auf dem deutschen Markt fließen wieder Nettomittel in Milliardenhöhe zu. Doch angesichts der hohen Preise an den Immobilienmärkten stellt das viele Geld der Anleger die Fondsmanager vor Probleme.

Scope Ratings verzeichnet bei einer Stichprobe 13 offener Immobilienfonds (OIFs) Nettomittelzuflüsse von mehr als 2,8 Milliarden Euro während des vergangenen Jahres. Zum Vergleich: 2013 waren es… weiterlesen

Rekord-Bußgeld für BlackRock

Die britische BlackRock Investment Management hat akzeptiert, eine Geldbuße von 3,25 Millionen Euro zu zahlen. Das ist das höchste Bußgeld, das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) jemals verhängt hat.

Nach BaFin-Angaben haben BlackRock-Konzerngesellschaften in der Vergangenheit Mitteilungen über gehaltene Stimmrechtsanteile und Finanzinstrumente inhaltlich unrichtig dargestellt oder verspätet abgegeben. Damit haben sie… weiterlesen

„Investmentthema Wasser bietet interessante Chancen“

Die Nachfrage nach Wasser dürfte das natürlich begrenzte Angebot künftig deutlich übersteigen. Das verspricht überdurchschnittliches Wachstum von Unternehmen der Wasserbranche. Die procontra Fondsanalyse zeigt die besten Wasser-Fonds.

Seit 1993 wird jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag der Vereinten Nationen begangen. Das sei ein guter Anlass, sich mit dem Investmentthema Wasser zu befassen, sagt Markus Güntner, Nachhaltigkeitsexperte bei Swisscanto. Er prognostiziert: „Den globalen Wasserverbrauch… weiterlesen

Barbara Knoflach geht zu BNP Paribas

Die Immobiliensparte der französischen Großbank will ihr verwaltetes Vermögen auf 30 Milliarden Euro steigern. Zum Vergleich: Bislang sind es europaweit 20,3 Milliarden Euro. Richten soll es eine alte Bekannte in der Branche.

Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der SEB Asset Management AG startete ihre Karriere 1986 bei der Deutschen Bank, wo sie nach fünf Jahren ins Immobiliengeschäft wechselte, bevor sie… weiterlesen

Je ferner Osten, desto sauberer die Energie – Erneuerbare Energien Spezial

Fondsmanager im Fokus: Reibungsloser Stabwechsel

André Horn (Fondsmanager inprimo Invest)

André Horn (Fondsmanager inprimo Invest)

Nun hat die amerikanische Notenbank tatsächlich – wie von vielen erwartet – das Wörtchen „patient“ aus ihrem aktuellen Statement genommen. Gleichzeitig haben die Währungshüter allerdings ihre Projektionen für den erwarteten Verlauf der Leitzinsen nach unten angepasst und die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im April explizit als „unlikely“ angesehen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Fed ihren Rückzug aus der extrem lockeren Geldpolitik weiterhin sehr schonend vollziehen wird, und ein reibungsloser Stabwechsel zwischen den Notenbanken stattfindet. Während die Fed schrittweise ihren Expansionsgrad zurückfährt, werden im Gegenzug die EZB und die Bank of Japan ihre Anleihenkäufe ausweiten bzw. beibehalten. Damit wird die großzügige Liquiditätsversorgung weiter sichergestellt. Als erste Reaktion zum Statement der FED gaben die Renditen bei den US-Staatsanleihen spürbar nach; die Renditen der Bundesanleihen zogen nach. Zwar steigt damit auch die Gefahr einer Blasenbildung, allerdings sind gegenwärtig größere Marktkorrekturen eher unwahrscheinlich.

 

Fondsmanager im Fokus: Diversifikation ist das A und O

Daniel Hardt

Daniel Hardt (Fondsmanager G|D|W)

Eine gerne gestellte Frage auf Anlegerveranstaltungen ist: „In welchen Märkten sind Sie gerade investiert?“. Zugegeben, diese Frage hat in Zeiten ungewöhnlich niedriger Zinsen und hoch bewerteter Aktienmärkte eine gewisse Berechtigung. Auch die Fragen „nach welchen Regeln legen Sie Geld an“ und „wie investieren Sie in die Märkte“ werden häufig gestellt und geben uns die Möglichkeit, unsere regelbasierte Investmentphilosophie im Fonds Multi Asset Global 5, die auf risikoadjustierten Kennzahlen basiert und kostengünstig über ETFs umgesetzt wird, zu erläutern.

Eine Frage, die aus unserer Sicht oftmals viel zu kurz kommt, ist dagegen die Frage nach dem Risikomanagement und der Diversifikation. Schon Erasmus warnte im 14. Jahrhundert „Vertraue nicht all deine Waren einem einzigen Schiff an“, da er wusste, dass über das Verteilen seiner Güter über viele Schiffe effektiv das Risiko vermindert werden kann, ohne dabei auf Gewinne zu verzichten. Das Geheimnis ist dabei der Gleichlauf (Korrelation). Je weniger die Werte in einem Portfolio miteinander korrelieren, also ihre Wertentwicklung in die gleiche Richtung läuft, desto geringer fällt der Verlust bei einer einzelnen Vermögensposition ins Gewicht. Ein gesunkenes Schiff ist somit kein Totalverlust.

Die globalen Anlagemöglichkeiten erlauben es dem Investor bzw. Portfoliomanager heute, ein Portfolio über mehrere Regionen, Sektoren, Anlageklassen aber auch Anlagephilosophien zu streuen. Dies gibt ihm die Möglichkeit, von den unterschiedlichsten Renditequellen zu profitieren, ohne dabei das Risiko jeder einzelnen fürchten zu müssen. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass Korrelationen zwischen den einzelnen Ländern, Sektoren, Anlageklassen und -philosophien nicht immer stabil sind. Eine Ebene unseres Risikomanagements ist daher die laufende Analyse der Korrelation innerhalb des Portfolios. Im Falle eines zu hohen Gleichlaufs können so effektiv Gegenmaßnahmen ergriffen werden, wie z.B. die Hinzunahme einer niedrig korrelierenden Anlageklasse (z.B. einer Geldmarktanlage) und/oder über einen Mechanismus, der den Anteil hochkorrelierender Investitionen reduziert. So besteht die Chance, auch bei fallenden Märkten das Verlustpotenzial zu begrenzen.