Vermittler offener Immobilienfonds optimistisch

In einer aktuellen Marktbefragung zeigt sich große Zuversicht und Optimismus unter Vermittlern hinsichtlich der Absatzchancen offener Immobilienfonds. Anlass dazu geben ihnen hohe Mittelzuflüsse seit Jahresbeginn.

Deutschlands Banken und Vertriebe beurteilen die Lage am Markt der offenen Immobilienfonds (OIF) in diesem Jahr zu 70 Prozent positiv oder sehr positiv. 2014 sagten das erst 60 Prozent der Befragten, die… weiterlesen

Wochenrückblick KW 22

Fondsmanager im Fokus: Einblicke in das Risikomanagement einer Momentum-Strategie

Daniel Hardt

Daniel Hardt
(Fondsmanager G|D|W)

Eine Momentum-Strategie ist ein regelbasierter Ansatz, der auf den Erkenntnissen des amerikanischen Wissenschaftlers Robert Levy und seiner „Theorie der relativen Stärke“ basiert. Dieser fand in den 60’er Jahren heraus, dass sich Aktien, die sich in der Vergangenheit überdurchschnittlich entwickelt hatten, aufgrund des an den Kapitalmärkten oft zu beobachtenden Herdentriebs auch in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich entwickeln werden. Wenn dieser Investmentansatz von einem effektiven Risikomanagement und einer konsequenten Überwachung der Handelskosten flankiert wird, führt er aus unserer Erfahrung in der Praxis häufig zum Erfolg.

Wie kann ein effektives Risikomanagement aussehen? Einerseits wird bei modernen Momentum-Strategien gerne auf risiko-adjustierte Werte zurückgegriffen, das heißt, die Rendite eines definierten Zeitraums wird in Relation zur gemessenen Volatilität (Schwankungsbreite) für den entsprechenden Zeitraum betrachtet. Dies führt dazu, dass renditestarke Anlagen mit hohem Risiko nicht automatisch Einzug in ein Portfolio halten, da unter Umständen eine risikoärmere Kapitalanlage mit geringeren Renditeaussichten einen besseren risiko-adjustierten Wert aufweist. Bei der finalen Zusammensetzung des Portfolios spielen dann auch das Verhalten einzelner Anlagesegmente untereinander (Korrelation) und deren Risikobeiträge eine zentrale Rolle, um ein ausgewogenes und diversifiziertes Portfolio zu erhalten, das die Einhaltung von Risiko- und Renditezielen anstrebt.

Ebenfalls von zentraler Bedeutung für ein effektives Risikomanagement ist die Auswahl des Anlageuniversums. Hierbei sollte unserer Meinung nach auf die Fundamentalanalyse zurückgegriffen werden, da diese mit Hilfe von makroökonomischen Daten und geopolitischen Einschätzungen auch Risiken in den Fokus rückt, die z.B. in der Zukunft liegen und von den Marktteilnehmern unter Umständen noch nicht wahrgenommen werden bzw. unterschiedlich vom Portfoliomanagement eingeschätzt werden. Ein gutes Beispiel ist aktuell der russische Aktienmarkt. Mit einer von Währungseinflüssen bereinigten Rendite von über 27% seit Jahresanfang ist der russische Leitindex RTS in US-Dollar bei vielen Anleger wieder in den Fokus gerückt, obwohl der Absturz des russischen Aktienmarktes gerade einmal ein halbes Jahr her ist. Auch risikoadjustiert sieht der RTS in US-Dollar wieder attraktiver aus, da dessen Volatilität p.a. über den gleichen Zeitraum nur noch knapp über 40% liegt und stetig fällt. Ohne Fundamentalanalyse würde damit einer Anlage im russischen Aktienmarkt womöglich bald nichts mehr entgegenstehen.

Unsere Fundamentalanalyse gibt allerdings viele Warnhinweise. So sind die Wirtschaftsdaten wie z.B. Bruttoinlandsprodukt, Leistungsbilanz und Inflationsrate weiterhin ungenügend und ein Wendepunkt noch nicht in Sicht. Darüberhinaus ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht gelöst und die Gefahr politischer Aktionen (kriegerische Handlungen, Sanktionen etc.) auch unter Teilnahme westlicher Nationen, die zu erheblichen Auswirkungen auf den russischen Kapitalmarkt führen könnten, nicht gebannt. Der Verfall des Ölpreises stellt das Land ebenfalls vor strukturelle Probleme, auch wenn die kleine Erholung in den vergangenen Wochen ein essentieller Grund für die Wiederbelebung des russischen Aktienmarktes gewesen sein dürfte. Insgesamt sehen wir somit viele idiosynkratische Risiken, die eine umfassende Analyse und Überwachung des russischen Aktienmarktes notwendig machen, die nur von Spezialisten für diesen Markt zu bewerkstelligen sind. Für eine globale Momentumstrategie ist aus den oben genannten Risiken eine Investition aktuell nicht zu rechtfertigen.

 

„Wir wollen keine Manager, die nur mit dem Strom schwimmen“

Eckhard Sauren, Gründer der gleichnamigen Kölner Dachfonds-Boutique, über die Konkurrenz durch Multi-Asset- und Indexfonds. Und warum er glaubt, dass sich Dachfonds trotz relativ hoher Kosten lohnen.

procontra: Herr Sauren, Mischfonds werden seit Jahren beliebter und können Ähnliches leisten wie Dachfonds. Haben Dachfonds ausgedient? weiterlesen

Bargeld abschaffen?

Zwei Ökonomen haben die Debatte um die Abschaffung von Bargeld angestoßen, die derzeit heftig geführt wird. Teilnehmer der Investmentbranche halten einen solchen Schritt für nicht richtig.

Es waren der Wirtschaftsweise Peter Bofinger und der Harvard-Professor Ken Rogoff, die den Stein ins Rollen brachten. Bofinger sagte dem „Spiegel“: Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus.“ Rogoff plädierte dafür, Bargeld als Zahlungsmittel allmählich auslaufen zu lassen… weiterlesen

Erster Infinus-Prozess vor dem BGH

Erstmals muss sich ein ehemaliger gebundener Vermittler der Infinus AG FDI vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verantworten. Sein Verteidiger gibt sich selbstbewusst: „Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir den Rechtsstreit gewinnen werden.“

Was Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek (Foto) aus der Münchner Sozietät Peres & Partner so sicher macht ist die Tatsache, dass bisher kein einziger der etwa 80 von ihm vertretenen Vermittler vor Gericht… weiterlesen

Wochenrückblick KW 21 – „Ein guter Fang für Ihr Portfolio“

Fondsmanager im Fokus: Polen „DIE Comeback Story der Emerging Markets“

Vaidotas Rūkas
(Head of Fund Management 
INVL Asset Management)

Die polnische Präsidentschaftswahl geht am kommenden Sonntag, den 24. Mai in die zweite Runde, das wird ohne Zweifel auch Auswirkung auf die Kapitalmärkte haben. Grund für den Aufruhr war vor allem, dass der amtierende Präsident Bronislaw Komorowski die erste Runde der Wahl verloren hatte. Die kommende Stichwahl im Juni wird nun zeigen ob Komorowski erneut das polnische Präsidentschaftsamt übernehmen wird oder nicht. Auf jedenfall wird sich das Ende des Hypes um die Präsidentschaftswahl positiv auf die polnischen Aktienmärkte auswirken, die in diesem Jahr bereits eine Steigerung von 10% erreichen konnten.

Kein Wunder – Die größte Wirtschaftsmacht der Central Eastern Economy (CEE) ist schon seid geraumer Zeit auf dem richtigen Weg. Sowohl das bewundernswerte Überstehen der Finanzkrise in der das BIP nie ins negative gerutscht ist, als auch das anhaltende Wirtschaftswachstum machen Polen als Wirtschaftsmacht aus. Für dieses Jahr wird ein Wachstum des BIP von 3,4 bis 3,8 % erwartet. Die Widerstandsfähigkeit des Landes ist sehr überraschend, denn obwohl die Umweltbedingungen zurzeit nicht die besten sind schafft Polen es diese Steigerung zu erzielen. Die polnische Nationalbank konnte sich auf Grund der anhaltenden Wirtschaftszuwächse erlauben, ihre Politik der einfachen und schnellen Kreditaufnahme zu beenden. Dies sollte ein weiterer Beweis für die anhaltend positive Stimmung in Polen sein. Auch deflationäre Phasen kann das Land überwinden, vor allem durch externe Faktoren wie niedrige Benzin- oder Nahrungspreise. Durch die Steigerung der heimische Nachfrage, stellen diese Faktoren sogar einen Aufschwung für die Wirtschaft dar. Die Indikatoren für die industrielle Produktion und anderer Geschäftszweige sehen nicht nur gut aus, auch die Realwirtschaft gibt diese mit nachhaltigem Wachstum wieder. Verglichen zu den wesentlich teureren Aktien aus Westeuropa, bieten Aktien aus Polen eine wesentlich günstigere Kostenstruktur mit zugleich höheren Ertragsmöglichkeiten.

Insgesamt kehrt der Optimismus in die gesamte Region in Zentral- und Osteuropa zurück. Nach mehreren Jahren der Stagnation sehen wir deutlich die Zeichen eines nachhaltigen Aufschwungs. Die Investitionen erholen sich schnell und wir können das Jahr 2014 als eine Kehrwende betrachten. Polen kann somit aus der gegenwertigen Situation den größten Nutzen ziehen und könnte DIE Comeback Story der Emerging Markets werden.

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Fondsmanager im Fokus: Es lebe die schwache Währung

Daniel Hardt

Daniel Hardt
(Fondsmanager G|D|W)

Viele Ökonomen und aufmerksame Verfolger weltweiter Notenbankpolitik dürften in den letzten Tagen mit Faszination die Kritik des indischen Notenbankchefs Raghuram Rajans an der ultralockeren Geldpolitik in diversen Medien zur Kenntnis genommen haben. Als ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Professor in Chicago, der aus meiner Sicht mit „Fault Lines“ eines der besten wissenschaftlichen Bücher über die Hintergründe der Finanzkrise geschrieben hat, besitzt sein Wort ein hohes Gewicht bei Volksökonomen und in der Finanzwelt. In seiner Rede in New York kritisiert Raghuram Rajan den Wettkampf der Notenbanken um die schwächste Währung und die „ungewöhnliche Geldpolitik“ auf Kosten anderer, die in Zeiten schwachen Wachstums und hoher Verschuldungsgrade zu mehr Prosperität führen soll. Seit Jahren werden China und den Vereinigten Staaten von Amerika vorgeworfen, ihre Währungen künstlich abzuwerten, um damit einen wirtschaftlichen Aufschwung zu unterstützen. Mit der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Führung von Mario Draghi teilt nun ein weiterer Wirtschaftsraum dieses Credo. Im Januar 2015 kündigte die EZB an, sie wolle zwischen März 2015 und September 2016 Anleihen im Wert von über 1100 Milliarden Euro auf dem Sekundärmarkt kaufen. Diese Maßnahme wurde vom Kapitalmarkt schon seit längerem erwartet und gilt als Hauptgrund für die starke Abwertung des Euros, der in den vergangenen 12 Monaten ca. 20% seines Wertes gegenüber des US-Dollars verloren hat. Überhaupt konnte in diesem Zeitraum der Euro nur gegenüber dem russischen Rubel (ca. +14%), dem brasilianischem Rand (ca. +9%) und dem kolumbianischen Peso (ca. +5%) nennenswerte Zugewinne erzielen.

Mit dem schwachen Euro einher geht die Hoffnung auf erhöhte Exporte, ein höheres Bruttoinlandsprodukt und eine niedrigere Arbeitslosigkeit. Es überrascht daher nicht, dass die Konjunkturprognosen seit Jahresbeginn für Deutschland laufend angehoben wurden, aktuell geht die Bundesregierung von +1,8% für 2015 aus, die EU-Kommission sogar von +1,9%. In Spanien wird für 2015 sogar ein Wachstum von +2,9% erwartet. Dies alles treibt die Aktienmärkte nach oben, die im Euroland seit Jahresbeginn kräftig zugelegt haben, wie aus der Grafik zu ersehen ist:

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Es verbleibt die Frage, ob dieser Anstieg ausschließlich dem Euro zugeschrieben werden kann. Ein Blick auf die Korrelationen, die den Gleichlauf zweier Datenreihen angeben, wobei 1 einen perfekten Gleichlauf darstellt und 0 keinen Gleichlauf bedeutet, enthüllt faszinierendes: Die Korrelation zwischen dem Euro gegenüber dem US-Dollar in inverser Darstellung (d.h. ein steigender Kurs bei schwächerem Euro) und dem DAX liegt auf Wochenbasis seit 2000 bei ca. -0,05 (also kein Gleichlauf), seit Mai 2014 aber bei ca. 0,5 und seit Jahresbeginn sogar bei ca. 0,7 (starker Gleichlauf). GDW_Beitragsbild 2_für SH WK 21Unter normalen Umständen führen Aktienmarktanstiege nicht zu schwächeren Währungen. Daher ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Aktienmarktstärke im Euroland wirklich vom Euro herrührt. Dies könnte sich in den kommenden Monaten fortsetzen, da viele Marktteilnehmer insbesondere die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft und deren Implikationen auf die US-Notenbank Federal Reserve im Blick haben. Zu beobachten war dies letzte Woche, als die Federal Reserve San Francisco (eine der 12 Distrikt-Notenbanken der US-Notenbank) das schwache US-Wachstum im ersten Quartal 2015 anzweifelte und neue Hoffnung/Befürchtungen auf einen früheren Zinsanstiegszeitpunkt in den USA weckte. Es folgte wieder das bekannte Muster: Eine Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar und ein Kursanstieg an den europäischen Aktienmärkten.

Gothaer-Fonds künftig über Fonds Finanz

Neue Zusammenarbeit im Investmentgeschäft: Die Gothaer Invest- und FinanzService GmbH (GIF) und die Fonds Finanz Maklerservice GmbH haben eine weitreichende Kooperation vereinbart. Konkret betroffen sind Makler, die bislang die Gothaer Fondsstation nutzen.

Die Gothaer Invest- und FinanzService GmbH (GIF) und die Fonds Finanz arbeiten künftig noch enger zusammen. Wie die GIF bereits mitteilte, wird die Gothaer Fondsststation, über die bislang Makler und die Ausschließlichkeitsorganisation der Gothaer ihr Investmentgeschäft abwickeln konnten, ab 1. Juli 2015 für Makler nicht mehr zur Verfügung stehen.

Um Maklern in diesem Geschäftsfeld auch weiterhin einen umfassenden Service zu bieten, hat die GIF eine weitreichende Kooperation mit der Fonds Finanz vereinbart. Makler, die bislang die Gothaer Fondsstation genutzt haben, können die komplette Abwicklung ihres Investmentgeschäfts künftig über die Fonds Finanz vornehmen. Die Kooperation umfasst neben der Abwicklung des Investmentgeschäfts auch die Vermarktung der Gothaer Publikumsfonds.

Beide Unternehmen gestalten den Übergang für die Makler so einfach wie möglich: So bleiben auch mit der Fonds Finanz als neuer Abwicklungsplattform die Verkaufsleiter der GIF weiterhin als Betreuer der Gothaer Fonds aktiv. Zudem erhalten die Vermittler von der GIF im ersten Jahr der Zusammenarbeit mit dem Münchner Maklerpool den vollen Ausgabeaufschlag. Die Makler der GIF behalten zudem mindestens ihre gewohnten Provisionssätze und können in naher Zukunft auch die neue Beratungs- und Dokumentationssoftware der Fonds Finanz nutzen.

Durch eine fachliche qualifizierte Fonds-Hotline, erfahrene Ansprechpartner bei der Fonds Finanz und die regionalen Verkaufsleiter der GIF ist eine bestmögliche Vertriebsunterstützung sichergestellt. Stimmen die Investmentvermittler der Umschlüsselung zu, genügt der Fonds Finanz der ausgefüllte Partnerbogen. Anschließend wird der weitere Prozess automatisch eingeleitet.

„Wir freuen uns sehr, dass die Gothaer Invest- und FinanzService auf uns als starken Partner setzt. Dieser Aufgabe werden wir nachkommen und selbstverständlich allen Investmentvermittlern weiterhin beste Qualität und besten Service bieten“, so Tim Bröning, als Geschäftsleiter der Fonds Finanz verantwortlich für die Sparte Investment.

„Wir arbeiten im Bereich Versicherungen schon seit vielen Jahren sehr eng und erfolgreich mit der Fonds Finanz zusammen und somit ist es aus unserer Sicht nur konsequent, die Zusammenarbeit auch auf den Investmentbereich auszudehnen,“ ergänzt Rainer Kenner, Geschäftsführer der Gothaer Invest- und FinanzService GmbH.

Auch für den Endverbraucher wird sich der Wechsel außer durch ein Schreiben nicht bemerkbar machen – Depotnummern und Zugänge bleiben gleich. Nur der Abwicklungsdienstleister ist mit der Fonds Finanz ein anderer. Weitere Informationen zur Kooperation gibt es in für Juni geplanten Web-Konferenzen.

Foto: Gothaer-Konzernzentrale in Köln-Zollstock, Gothaer