EZB lässt Fondsbranche boomen

Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) damit begonnen hat, die Märkte über den Ankauf von Anleihen mit Geld zu fluten, sind die Nettozuflüsse in die europäischen Investmentfonds sprunghaft nach oben geschossen.

Nach der aktuellen Statistik des europäischen Fondsverbandes Efama sorgte das Quantitative-Easing-Programm der EZB dafür, dass den Fondsgesellschaften im ersten Quartal dieses Jahres 285 Milliarden Euro zuflossen. Im vierten Quartal 2014 hingegen herrschte… weiterlesen

RP Rheinische Portfolio Management mit großem Erfolg bei der AAB Roadshow

Stefan Gretschel, Geschäftsführer der RP Rheinische Portfolio Management, präsentierte die Topseller Select Strategie zur Auftaktveranstaltung der AAB Roadshow in Augsburg. Die im April 2014 aufgelegte Fondsvermögensverwaltung überzeugte die Besucher mit einem hervorragendem Ergebnis über die letzten 14 Monate.
Die ausschließlich in vermögensverwaltende Fonds investierte Strategie weist geringe Schwankungen auf und übersteigt die erwarteten Renditen.
Der Vermögensverwalter aus Köln wird in dieser Woche auf der AAB Roadshow noch in weiteren Städten zu sehen sein; Frankfurt, Düsseldorf und Dresden.

Ifo-Präsident für geordneten Grexit

Den absehbaren Konkurs vor Augen braucht Griechenland sofort eine neue elektronische Parallelwährung sowie Kapitalverkehrskontrollen. Mit der neuen Währung kommt die Wettbewerbsfähigkeit zurück, prognostiziert Hans-Werner Sinn.

Nach dem als historisch zu bezeichnenden Verlauf der Gespräche mit der extremen Links-Rechts-Regierung in Athen, wird ein Staatsbankrott Griechenlands immer wahrscheinlicher. Vor diesem Hintergrund hat sich der Präsident des Münchener Ifo-Instituts für … weiterlesen

Wochenrückblick KW 26

Fondsmanager im Fokus: Was passiert jenseits von Griechenland?

Daniel Hardt

Daniel Hardt
(Fondsmanager G|D|W)

Anleger und Marktanalysten müssen in diesen Tagen fast ihre komplette Aufmerksamkeit den mittlerweile stündlichen Veröffentlichungen zum Verhandlungsstand zwischen Griechenland und seinen Gläubigern widmen, um die Kursbewegungen an den Anleihen- und Aktienmärkten richtig einordnen zu können. In der Tat scheint ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen jederzeit möglich zu sein und damit wäre der Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht mehr auszuschließen. Die Konsequenzen eines solchen „Grexits“ für deutsche Investoren sind kaum einzuschätzen und daher sollte weiterhin mit hohen Kursschwankungen gerechnet werden. Viel interessanter ist aus unserer Sicht allerdings die Frage, ob ein griechischer Austritt aus der Eurozone und die damit hervorgerufene Verunsicherung zu einer nachhaltigen, europäischen Wachstumsschwäche führen könnten. Statistische Erhebungen für den DAX zeigen, dass seit 1972 nur ein Bärenmarkt nicht mit einer Wachstumsschwäche/Rezession einherging: Der Börsen-Crash im Jahre 1987.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) kann bei einem globalen Wirtschaftswachstum von unter 3% von einer weltweiten Wachstumsschwäche gesprochen werden. Das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 lag mit ca. 3,3% über dieser Schwelle und auch die Prognosen für das Jahr 2015 pendeln zwischen ca. 3,5% bis 3,9%. Ein Blick auf die aktuellen Wirtschaftsdaten in Europa stimmt ebenfalls positiv. Zwar ist das Wachstum in vielen europäischen Ländern noch immer nicht auf Vorkrisenniveau, dennoch stimmen die Wachstumsprognosen des IWF für das Jahr 2015 für Spanien (2,5%), Deutschland (1,6%), Frankreich (1,2%) und Italien (0,5%) um einiges positiver als in den vergangenen Jahren.. Unterstützt wird dieser zarte Optimismus von einer leichten Wiederbelebung der Inflationserwartungen, die von ihrem Tief bei 0,5% zum Jahresanfang auf ca. 1,25% angestiegen sind, sowie von überdurchschnittlich guten Daten in den Einkaufsmanagerindizes, die ein gewisses Maß an Zuversicht im Dienstleistungssektor und dem verarbeitenden Gewerbe widerspiegeln.

Der entscheidende Faktor für die Wiederbelebung der weltweiten Wirtschaft nach der Weltwirtschaftskrise ab 2007 war und ist die Geldpolitik der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird zumindest noch bis September 2016 durch den Ankauf von Staatsanleihen im Sekundärmarkt ein niedriges Zinsniveau in der Eurozone garantieren. Die Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika ist dagegen etwas undurchsichtiger. Die weithin bekannte Taylor-Regel, die anhand der beiden Koeffizienten „Abweichung vom Inflationsziel“ (Inflationslücke) und „Abweichung- vom Produktionspotenzial“ (Produktionslücke) bei der Bestimmung des optimalen Refinanzierungszinses helfen soll, schlägt momentan einen Zinssatz von knapp über 2% für die Vereinigten Staaten vor. Sollte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in diesem Spätsommer mit der ersten Zinsanhebung beginnen und entgegen unserer Einschätzung im Folgezeitraum eine Zinserhöhung i.H.v. 0,25% pro Quartal folgen lassen, würde der Zinssatz Ende 2016 immer noch unter 2% liegen. Von einer nachhaltigen US-Wachstumsbremse seitens der Geldpolitik kann daher im kommenden Jahr kaum ausgegangen werden.

Insgesamt bleibt der regelbasierte Allokationsmechanismus im Fonds „Multi-Asset Global 5“ bei einer defensiveren Marktpositionierung, die von den negativen Kursbewegungen und der erhöhten Unsicherheit in Form höherer Volatilität hervorgerufen wurde. Sollte es zu einem unkontrollierten Austritt Griechenlands aus der Eurozone kommen, sind die Konsequenzen schwer abzuschätzen und Vorsicht somit geboten. Abgesehen von dieser Gefahr sehen wir trotz allgemein hoher Aktien- und Anleihenbewertungen kurz- und mittelfristig kaum Gründe für signifikante Kursrückgänge, solange die Geldpolitik den eingeschlagenen Wachstumspfad nicht nachhaltig stört. Eine solche Situation sehen wir aktuell eher im Jahr 2017 auf uns zukommen.

 

Asiatische Aktienfonds wieder gefragt

Nachdem die Fondsanleger drei Jahre lang aus asiatischen Aktien geflüchtet sind, stürzen sie sich in diesem Jahr wieder auf China, Korea, Indien & Co. Die Fonds haben in 2015 bereits 21 Prozent an Wert zugelegt und damit die Benchmark übertrumpft.

Von Anfang dieses Jahres bis Ende Mai haben nach einer aktuellen Analyse der Ratingagentur Morningstar die 216 in Europa angebotenen Aktienfonds mit Schwerpunkt Asien ex Japan bei den Anlegern über 2,7 Milliarden Euro eingesammelt. Noch in den vergangenen drei Jahren zuvor waren… weiterlesen

„Der Staat glaubt nicht an den Finanzmarkt“

Star-Fondsmanager Christoph Bruns gibt preis, was bei seinem Fonds Loys Global zuletzt schiefgelaufen ist, wer ihn erdet, warum Berater ihren Kunden eine Aktienquote von hundert Prozent empfehlen sollten und was der Staat tun sollte.

Sie sind einer der bekanntesten Fondsmanager Deutschlands. Steigt Ihnen das nicht zu Kopf? weiterlesen

Profis rechnen mit Insolvenz Griechenlands

Umfrage unter Fach- und Führungskräften der Investmentbranche: 74 Prozent erwarten Staatspleite, aber nur 53 Prozent halten einen „Grexit“ für wahrscheinlich. Folgen wären zu bewältigen.

Die Verhandlungen der Euro-Finanzminister zur Krise in Griechenland stehen auf Messers Schneide. Die überwiegende Mehrheit der Investment Professionals in Deutschland, 73,7 Prozent, geht davon aus, dass… weiterlesen

Wochenrückblick KW 25

Fondsmanager im Fokus: Griechenland und die Federal Reserve dominieren das Marktgeschehen

Daniel Hardt

Daniel Hardt
(Fondsmanager G|D|W)

In diesen Wochen fühlt sich gewiss so mancher Anleger am Kapitalmarkt an den Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“ aus dem Jahre 1993 erinnert. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Staatsfinanzkrise in Griechenland verbunden mit einem möglichen Austritt aus dem Euroraum oder die Spekulation über Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht den Aktien- und den Anleihenmarkt dominieren. Beide Themen verunsichern viele Investoren und führen zu einer defensiveren Portfolioallokation, wobei der Verkaufsdruck in der vergangenen Woche auch in den Staatsanleihenmärkten der südlichen Euroländer und in einigen Bereichen der Unternehmensanleihen an Schwung gewonnen hat. Die Risikoaufschläge für 10-jährige Staatsanleihen aus Italien und Spanien stiegen in der vergangenen Woche um ca. 0,3% auf ca. 1,5%. Die 10-jährigen deutschen Bundesanleihen konnten sich dagegen etwas erholen, ihre Rendite fiel von ca. 1% auf 0,75% (Stand: 18. Juni 2015). Erstaunlicherweise ruhig verhielt sich dagegen der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar, er pendelte mit einer überraschend geringen Schwankungsbreite zwischen 1,11 und 1,14 Euro/$.

Das dominierende Thema bleibt die Staatsfinanzkrise in Griechenland. Hier hat sich die Tonlage bei den relevanten Akteuren in der vergangenen Woche massiv verschärft. Von beiden Seiten ist zu hören, dass die jeweils andere Verhandlungsseite an einer nachhaltigen Lösung nicht ernsthaft interessiert sei. Die Wortwahl einzelner Akteure lässt dabei auch die letzten Optimisten an einem Kompromiss zwischen Griechenland und Europa zweifeln. Es ist daher keine Überraschung, dass die Bürger Europas in diesem intransparenten Umfeld ratlos zurückbleiben und viele Ökonomen die potentiellen Auswirkungen eines „Grexits“ erläutern, der bereits bei einigen Anlegern als wahrscheinlich gilt. Es passt gut ins Bild, dass sich viele Investmenthäuser und Banken in den letzten Tagen mit der Einführung von Kapitalkontrollen in Griechenland beschäftigten und ihre Analysen am Kapitalmarkt nicht unbeachtet blieben. Ein besonderer Fokus fällt dabei auch immer wieder auf die Notfallkredite für Griechenland im Rahmen des Emergency Liquidity Assistance-Programms (ELA) der Europäischen Zentralbank, die mittlerweile auf 84,1 Milliarden Euro angehoben wurden. Diese verhindern aktuell den unkontrollierten Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems, das erheblich unter den Mittelabflüssen in Griechenland zu leiden hat.

Das zweite große Thema bleibt der Zeitpunkt und die Höhe der ersten Zinsanhebungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Sitzung vom 17. Juni 2015 brachte leider keine neue Auskunft, dennoch lässt der positive Ton einige Analysten weiterhin an einer ersten Zinserhöhung im September festhalten. Diesem könnte eine zweite Zinserhöhung im Dezember folgen. Insgesamt zeigte sich die Fed mit dem Arbeits- und Immobilienmarkt zufrieden und möchte noch weitere stichhaltige Beweise abwarten, dass es sich bei den schwachen Wachstumszahlen im 1. Quartal nur um eine saisonal bedingte Abkühlung handelte. Kritisch äußerte sie sich über die Inflationsaussichten und Exporte. Wir sind weiterhin nicht vollends überzeugt, dass die erste Zinsanhebung vor Jahresende vollzogen wird, auch wenn das aktuelle Wirtschaftsumfeld in den Vereinigten Staaten eine solche Maßnahme aus unserer Sicht schon lange rechtfertigen würde. Die Gefahr einer stärkeren Währung und möglicher Konsequenzen höherer Zinsen auf die Wirtschaftsleistung macht es einer Notenbank nicht einfach, diesen Schritt als erstes zu gehen. Im Falle einer Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten wäre diese laut dem Nachrichtensender Bloomberg übrigens für fast ein Drittel der Händler an der Wall Street die erste Zinserhöhung, die sie am Kapitalmarkt erleben dürfen.