Lasst die Maschinen für uns arbeiten

Hans-Jörg Naumer, Global Head of Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors, schreibt über das „zweite Maschinenzeitalter“ und Vermögensaufbau in der heutigen Zeit.

Die großen Herausforderungen für den Vermögensaufbau sind schnell umrissen: Während wir wegen des demografischen Wandels für das Alter immer stärker Kapital benötigen, wird bei weitestgehend negativen Renditen der Kapitalaufbau mit Staatsanleihen unmöglich. Gleichzeitig treffen die Wirtschaftswissenschaftler Brynjolfsson und McAfee vom MIT die Vorhersage, dass es, wenn schon nicht zum Ende der menschlichen Arbeit, so doch zu radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt kommt. Das „zweite Maschinenzeitalter“, das sie heraufkommen sehen, würde – anders als das erste – nicht mehr die Produktivität des Faktors Arbeit durch die Kombination Arbeit und Kapital (also Maschine) heben. Vielmehr würde es Arbeit durch Kapital ersetzen, so ihre Prognose. Die Losung lautet: Lasst die Maschinen für uns arbeiten – und beteiligt euch mittels Aktien an den Produktivitätsgewinnen. Das geht einfacher als gedacht. weiterlesen

Marktkommentar: Erste Veränderung im Dax seit 3 Jahren?

Dax wieder im Minus wegen China
Der Dax kommt nicht zur Ruhe. Deutliche Kursverluste an den Börsen in China machen dem Leitindex zu Wochenanfang zu schaffen. Andererseits sorgt der ungewisse Zeitpunkt der US-Leitzinserhöhung für Unbeständigkeit. In den ersten Handelsminuten rutschte der Leitindex 0,7 Prozent ins Minus auf 10.230 Punkte. Die Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage spreche dafür, dass die Aktienmärkte nicht so einfach zur Normalität übergehen.

Erste Veränderung im Dax seit 3 Jahren?
Mit dem wahrscheinlichen Aufrücken der Deutschen Annington in die erste Börsenliga dürfte im September der erste Dax-Wechsel anstehen. Experten gehen nämlich fest davon aus, dass Deutschlands größter Wohnungskonzern das Chemieunternehmen Lanxess im deutschen Standardwerteindex ersetzen wird. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse entscheidet am nächsten Donnerstag über die Zusammensetzung der Börsenindizes. Wirksam werden die Änderungen am 21. September.

Börsenstart für Bayer Tochter Covestro geplant
Bayer entlässt den Kunststoffhersteller in die Eigenständigkeit und schickt ihn an die Börse. Zielstation Dax. Trotz der aktuellen Turbulenzen soll die Kunststofftochter Covestro bis Oktober an die Börse gebracht werden. Es ist der Beginn für einen tiefgreifenden Konzernumbau.

Quelle: Handelsblatt.de

Wochenrückblick KW 35

„Ich würde keinen BRIC-Fonds kaufen“

Thomas Gerhardt, Schwellenländerexperte und Deutschland-CEO von Edmond de Rothschild Asset Management, spricht über die Folgen der chinesischen Wachstumsschwäche für andere Emerging Markets und darüber, warum er heute nicht mehr in BRIC-Fonds investieren würde. weiterlesen

Was für eine Woche an den Märkten…

Nach den extremen Schwankungen der letzten Tage an den Börsen weltweit freuen sich die Anleger umso mehr auf eine Verschnaufpause. Der DAX notierte heute Morgen 0,6% weniger als zum Vorabend und startete mit 10.255 Punkten in den Handel. Trotz der Achterbahnfahrt konnte ein Wochenplus von 1% für den deutschen Leitindex verzeichnet werden. Dies lag vor allem an den starken Konjunkturzahlen aus den USA.

In Asien versucht derweil das Reich der Mitte seine Börsen wieder in den Griff zu bekommen. Zinssenkung und die Öffnung der nationalen Pensionsfonds für den Aktienmarkt sind nur einige Maßnahmen, mit denen die chinesische Regierung versucht die Anleger wieder zu beruhigen. Nach den gigantischen Kursverlusten des Shanghai Composite Index zu Beginn der Woche konnte der wichtigste chinesische Leitindex zum Wochenende ein Plus von 4,9% verzeichnen und stieg damit auf 3.232 Punkte.

Fondsmanager im Fokus: Ein gefährlicher Cocktail

Daniel Hardt

Daniel Hardt 
(Fondsmanager G|D|W)

Zwei turbulente Wochen liegen hinter uns. Während die meisten Rohstoffinvestoren sich schon länger mit fallenden Kursen auseinandersetzen mussten, wurden viele Aktienanleger von der Wucht der Kursstürze der großen Aktienindizes überrascht. Die Leitindizes DAX, S&P 500 und Shanghai Composite verloren in diesem Zeitraum 9,2%, 6,9% und 26%. Den (lokalen) Tiefpunkt erreichten wir am vergangenen Montag, als der DAX im Tagesverlauf zwischenzeitlich bis zu 7,8% im Minus stand. Seither haben sich die Aktienmärkte zwar wieder stabilisiert, dennoch wurden Berichten in den deutschen Medien zufolge, nach der unerwarteten Renminbi-Abwertung vor mehr als 2 Wochen weltweit über 8 Billionen US-Dollar an Börsenwert „vernichtet“. Die Begründungen für diese heftige Kurskorrektur sind vielfältig, hängen aber fast immer direkt oder indirekt mit der Angst vor einer drohenden Abkühlung der Weltwirtschaft zusammen. Die Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung in China wurde durch die Abwertung des Renminbis noch einmal befeuert. Sie unterstützt die Ansicht vieler Analysten, dass China bereits mit wirtschaftlichen Problemen, die an den fallenden Rohstoffpreisen abzulesen sind, zu kämpfen habe. In der Tat ist der Preisverfall an den Rohstoffmärkten bemerkenswert, so sank der Ölpreis auf ein Jahr gesehen mehr als 55% und auch Metalle wie z.B. Kupfer und Aluminium liegen über 25% unter ihrem damaligen Wert im Sommer 2014. Nach China gehen ca. 40 Prozent der weltweiten Kupfer-Förderung und fast die Hälfte der Aluminium-Produktion. Die fallenden Rohstoffpreise und die schlechten Umsatzzahlen der großen Rohstoffkonzerne Glencore und BHP Billiton in China wecken auch Befürchtungen hinsichtlich anderer Länder der sogenannten Emerging Markets. Besonders die asiatischen Staaten unter ihnen sollten einen chinesischen Wirtschaftsabschwung aufgrund der engen Verzahnungen des Wirtschaftraums deutlich zu spüren bekommen. Darüber hinaus sinken weltweit die Einnahmen der Rohstoff-Exportnationen wie z.B. Russland oder Venezuela, deren Währungsreserven mittlerweile weit entfernt von ihren Höchstständen liegen. Die Gefahr eines erhöhten Kapitalabflusses aufgrund einer wirtschaftlichen Schieflage ist in einigen dieser Ländern daher nicht mehr von der Hand zu weisen.Die Sorge um das Wirtschaftswachstum in China, das laut Morgan Stanley fast 40% des Weltwirtschaftswachstums ausmacht, dürfte auch der US-Notenbank Federal Reserve Sorge bereiten, da China für viele westliche Konzerne einen Hauptabsatzmarkt darstellt. Sollte sie im September den Leitzins erstmals nach fast einer Dekade wieder anheben, so würde die Attraktivität des US-Dollars zunehmen und gleichzeitig eine weitere Verflachung der Zinskurve möglich sein. Zwar rechtfertigen Leitzinsmodelle wie z.B. die Taylor-Regel schon lange einen solchen Zinsschritt, dennoch dürften die Gefahr von Kapitalabflüssen in Asien und das Risiko eines Imports von Deflation wichtige Rollen im Entscheidungsprozess der Fed-Gouverneure spielen. Mit dem Blick auf die oft erwähnte Glaubwürdigkeit der Federal Reserve halten wir eine erste Zinsanhebung im September aber weiterhin für möglich. Für uns als Fondsmanager ist das aktuelle Umfeld ein weiterer Beleg dafür, dass aktives Risikomanagement einen äußerst wichtigen Baustein im Portfoliomanagement darstellt. In den vergangenen Wochen mussten viele Investoren wiederholt feststellen, dass in einem extremen Niedrigzinsumfeld mit Inflationsraten nahe Null die „natürliche“ Risikoreduzierung im Portfolio über die Hinzunahme von Staatsanleihen oder Gold daran scheitert, dass eben diese Anlageklassen in Stressphasen am Aktienmarkt wenig Spielraum zu höheren Bewertungen haben. Sie fallen deshalb als „Absicherung“ aktuell aus. Als Alternative bieten sich im Rahmen des aktiven Risikomanagements eine verstärkte Positionierung in kostengünstigen, geldmarktnahen Instrumenten oder ein erhöhter Kassenbestand an, die zeitnah, falls erforderlich, aufgelöst werden können. Dies ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass einem möglichen Wirtschaftsabschwung innovative Notenbanken entgegenstehen und auch der Faktor Mensch (Behavioral Finance) eine große Rolle spielt. Wir sehen daher aktuell nicht die Zeit gekommen, die weiße Fahne zu hissen.

Fondsmanager im Fokus: Norwegische Fischexporte im Juli auf Rekordhöhe

Fischschwarm, Dorade 0007Norwegen verzeichnet für den Monat Juli neue Rekordzahlen beim Export von Fisch- und Meeresfrüchten. Nie zuvor hat Norwegen so viel Fisch exportiert. Dabei ist auch der Wert der Lachsexporte von 3,8 Milliarden NOK (418 Millionen Euro) auf ein Rekordniveau geklettert, meldet die Marketingvertretung der norwegischen Fisch- und Meeresfrüchteindustrie, das Norwegian Seafood Council (NSC). Der Wert der Fischexporte betrug im Juli insgesamt 5,7 Milliarden NOK (627 Millionen Euro) und liegt damit 15 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Ein wichtiger Faktor sind die hohen Marktpreise, die einige Fischspezies unter anderem Lachs von rund 43 NOK (4,27 Euro) pro Kilogramm erreichten. Frankreich, Polen, Grossbritannien und Holland sind die grössten Importeure von norwegischem Lachs.Norwegen hat sich ebenfalls den EU-Sanktionen angeschlossen und ist darum vom russischen Importstopp hart betroffen. Einmal mehr zeigt sich die norwegische Fisch- und Meeresfrüchte-Industrie in ausgezeichneter Verfassung und trotzt allen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Lachszucht und Fischverarbeitung sind die Schwerpunkte in der norwegischen Fischereiwirtschaft (inklusive Aquakultur). Trotz fehlender staatlicher Subventionen ist Norwegen weltweit einer der grössten Lieferanten im Bereich Fisch- und Meeresfrüchte und exportierte im Jahr 2014 Meeresdelikatessen im Wert von rund 69 Milliarden NOK (7,8 Milliarden Euro). Dabei stellen die Fischausfuhren zirka 6 Prozent aller norwegischen Exporte dar. Der Bonafide Global Fish Fund hat in den letzten Monaten sein Exposure in Norwegen auf rund 30 Prozent ausgebaut.

Wochenrückblick KW 33

DAX springt wieder über 10.000 Zähler. Kann er sich halten?

Nach den gewaltigen Kurssprüngen von Montag und Dienstag an den Weltmärkten war der gestrige Kursverlauf für den DAX, ein entspannter. Dennoch schaffte er es nicht bis Handelsschluss wieder über die 10.000-Punkte Marke zu steigen und schloss mit 9.997 Punkten. Die Woche neigt sich dem Ende zu und schon nach wenigen Handelsminuten stieg der DAX wieder um mehr als 260 Punkte und landete auf 10.267 Zähler. Marktanalysen zufolge ist dies vor allem auf starke Konjunkturdaten aus den USA zurückzuführen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Auch der Ölpreis stieg auf 44,07 US-Dollar für die Nordseesorte „Brent“ an. Dies waren 93 Cent mehr als am Vortag.
Auch der Shanghai Composite Index legte eine Verschnaufpause ein und legte am Vormittag 2% zu. Nachdem er in den vergangenen 5 Handelstagen um mehr als 20% eingebrochen war, dies nur ein kleines Erfolgserlebnis.

DAX unter 10.000 – Was Anleger jetzt tun sollten

Der DAX ist am Montag bis auf 9.400 Punkte abgerutscht. Auch wenn sich das Börsenbarometer wieder auf einen fünfstelligen Punktestand steigerte, fragen sich viele Anleger, wie sie reagieren sollten. Die Meinung von Vermögensverwaltern. weiterlesen