Sorry, Britain …

Carsten Vennemann, Gauly | Dittrich | van de Weyer Asset Management, Frankfurt am Main

Carsten Vennemann, Gauly | Dittrich | van de Weyer Asset Management, Frankfurt am Main

Die Briten verlassen Europa! Entgegen der Vorhersagen der Buchmacher, vieler Wahlforscher und auch entgegen der Erwartungen des Kapitalmarktes haben sich ca. 52% der Briten gegen die weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union entschieden. Die langfristigen, politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Entscheidung werden in den nächsten Monaten und Jahren zu bewerten sein, die wirtschaftlichen Folgen spüren wir heute morgen bereits mit dem Pfund-Sterling/US-$-Wechselkurs auf dem niedrigsten Niveau seit 1985 und einer DAX-Eröffnung von -11%.

Der EU-Austritt der Briten ist nicht das Ende der Welt, wohl aber schwächt er Europas (wirtschaftliche) Position in der Welt und marginalisiert Großbritannien im globalen Kontext. Vermutlich handelt es sich bei der Entscheidung um den größten Rückschritt für die europäische Integration und den Freihandel seit Ende des 2. Weltkriegs. Vor Europa liegen schwierige Wochen und Monate. Das nächste Damoklesschwert in Form der spanischen Parlamentswahlen folgt am Sonntag. Im Herbst steht in Italien das Referendum zur Verfassungsreform an, im Mai nächsten Jahres folgen die französischen Präsidentschaftswahlen, Populismus sowie der Erfolg extremer Parteien wird weiter zunehmen. Das zarte Hoffnungspflänzchen europäischen Wachstums aus dem 1. Quartal 2016 wird kaum zur Blüte kommen.

Dies alles gefährdet Europas Rolle in der Welt. Es ist an der Zeit, die Herausforderungen der Globalisierung ernst zu nehmen und anzugehen, z.B. mit bilateralen Handelsabkommen, wie sie aktuell mit gutem Tempo zwischen Asien und den USA abgeschlossen werden.

Insofern ist die heutige Entscheidung ein Rückschritt für unseren Wohlstand in Europa. Was sind aber die kurzfristigen Folgen? Die Risikoaversion am Markt nimmt zu, sichere Staatsanleihen oder Gold werden gesucht sein, genauso wie der US-Dollar. Aktien und Unternehmensanleihen geraten unter Druck. Die Markttechniker werden nach den nächsten Unterstützungslinien im Aktienmarkt suchen, nachdem die 9.470 im DAX heute morgen durchbrochen wurde. Das Tief aus dem Februar bei 8.699 wird in den Fokus rücken. Es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass die großen Zentralbanken ihre Ankündigungen wahrmachen und am heutigen Tag über den Zins und/oder den Währungsmarkt intervenieren werden, um schlimmeres zu verhindern, zumal vor dem Wochenende. Für Großbritannien wird die Zukunft vermutlich – neben erheblicher politischer Unsicherheit – auch eine Rezession bereit halten.

Eine Intervention der Zentralbanken mag kurzfristig Entlastung bringen, wird aber die strukturellen Wolken über Europa kaum vertreiben können. Für die kurzfristige Portfoliostrategie gilt es, zunächst Ruhe zu bewahren. Aktuell ist unser Publikumsfonds mit einer Aktienquote von ca. 8,5% tendenziell risikoarm aufgestellt, europäische Aktien sind dabei nicht allokiert. Kurzfristige Chancen in diesen Zeiten erhöhter Volatilität sind dabei nicht ausgeschlossen, auch hinsichtlich eines Wiederaufbaus von Risiken auf ermäßigten Bewertungsniveaus. Insbesondere die europäischen Anleihenmärkte sollten von Draghis Maßnahmen weiter profitieren und stellen im Multi-Asset-Kontext einen wichtigen Stabilisator dar. Ansonsten hilft es in diesen Tagen, global investiert zu sein, denn für den Rest der Welt – insbesondere Asien – wird dieser Tag vermutlich keine nachhaltigen Folgen haben.

Für Europa bricht heute ein neues Zeitalter an, aber das bedeutet nicht das Ende der Welt!

Der alternative Weg zur Aktie

Frank Trzewik - Vorstand LOYS AG

Frank Trzewik – Vorstand LOYS AG

LOYS bietet mit dem abgesicherten Aktienfonds LOYS Global L/S eine Alternative im Nullzinsumfeld und eröffnet damit auch defensiven Anlegern den Zugang zum Aktienmarkt.

Die Beseitigung des Marktzinses durch die Notenbanken hat für einen Anlagenotstand bei den defensiven Kapitalanlegern gesorgt und gleichzeitig die Attraktivität der Aktienanlage enorm gesteigert. Die hohen Dividendenrenditen relativ zu den Anleiherenditen sind historisch ohne Beispiel. Jedoch schrecken die hohen Kursschwankungen der Aktienmärkte die Anleger ab bzw. machen diese es zahlreichen Investoren unmöglich, ihre Aktienquote zu erhöhen. Hier bietet der Aktienspezialist LOYS eine sinnvolle Lösung und zeigt mit dem abgesicherten Aktienfonds LOYS Global L/S einen alternativen Weg zur Aktienanlage auf. Das Fondsmanagementhaus hat sich auf die wertorientierte Aktienanlage spezialisiert und selektiert als klassischer „Stock-Picker“ aktiv an den globalen Märkten entlang einer klar definierten Investmentstrategie unterbewertete Qualitätsunternehmen. Diese Kernkompetenz ist wesentlicher Erfolgsfaktor für die überdurchschnittlichen Ergebnisse der Fonds.

Aktienfonds mit Sicherheitsnetz

Beim LOYS Global L/S werden im Gegensatz zu den reinen Aktienfonds des Hauses die Kursschwankungsrisiken durch passende Absicherungsinstrumente größtenteils eliminiert. Der Fonds ist der Kategorie Aktie-Long/Short mit einem Long-Bias zuzuordnen. Das bedeutet, dass der Fonds sowohl von steigenden Aktienkursen (Long-Seite) als auch von fallenden Kursen (Short-Seite) profitiert, wobei der Fonds stets stärker auf der Long-Seite als auf der Short-Seite engagiert ist (Long-Bias). Die Short-Seite wird dabei ausschließlich zur Absicherung genutzt und wirkt wie ein Sicherheitsnetz für das Aktienportfolio. Der Absicherungsmechanismus erfolgt über den Verkauf von Terminkontrakten auf die zu den jeweiligen Aktien passenden Marktindices wie Dax oder S&P500. Die Differenz aus der Gewichtung der Long- und der Short-Seite ergibt die Höhe des Long-Bias und wird auch Nettoinvestitionsquote genannt. Beim LOYS Global L/S beträgt diese im Schnitt 30 Prozent.


Anlagealternative zu defensiven Mischfondskonzepten

Die geringe Volatilität des LOYS Global L/S von nur fünf Prozent, die als Maß für das Risiko gesehen werden kann, erlaubt einen Einsatz des Fonds auch bei kürzerem Anlagehorizont. Insbesondere den Belastungstest in den volatilen Märkten in 2015 sowie in der Korrektur zu Jahresanfang hat der Fonds erfolgreich bestanden. Für weitere Attraktivität sorgt die durchschnittliche Rendite des Fonds von über sieben Prozent über die letzten viereinhalb Jahre. Der Fonds bietet somit eine defensive Alternative zur reinen Aktienanlage und kann auch als Umschichtungslösung für bereits vorhandene Renten- und Mischfonds gesehen werden, die im aktuellen Zinsumfeld einen schweren Stand haben.

LOYS AG Website

LOYS AG Fondsübersicht

Wochenrückblick KW22

Fondsmanager im Fokus: Endspiel bereits vor der EM?

Daniel Hardt (Fondsmanager Gauly | Dittrich | van de Weyer)

Daniel Hardt (Fondsmanager GDW)

Der vergangene Monat war, wie in unserem letzten Wochenkommentar bereits beschrieben, maßgeblich geprägt von Spekulationen über mögliche Zinsanhebungen der US-Notenbank Federal Reserve in den Sommermonaten Juni und Juli. Die eingepreiste Erwartung eines Zinsanstiegs im Juni lag am Monatsanfang noch bei 4%, stieg im Laufe des Monats bis auf 34% an und lag am Monatsende bei 23%. Dies führte zu einer Aufwertung des US-Dollars von über 3% gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA und hatte auch einen erheblichen Einfluss auf die in US-Dollar gemessenen Edelmetalle. So verloren Gold und Silber im abgelaufenen Monat 6% bzw. 10,4%.

Überraschend positiv konnten sich in diesem Umfeld die weltweiten Aktienmärkte behaupten, die zurzeit noch die Angst vor Zinsanhebungen in den USA abschütteln können. Dennoch haben wir in unseren Mandaten, teilweise bei recht hohen Marktniveaus, unser Aktienmarktgewicht reduziert. So wurden u.a. die Aktienpositionen im russischen und britischen Aktienmarkt liquidiert. Hier sind in den kommenden Wochen Gefahren aufgrund einer kurzfristigen Korrektur im Ölmarkt sowie eine erhöhte Unsicherheit in Bezug auf die „Brexit“-Entscheidung zu erwarten. Dadurch ist das Aktienmarktgewicht z.B. in unserem Publikumsfonds Multi-Asset Global 5 auf unter 10% gefallen.

Der Anleihenmarkt durchlief im Mai ebenfalls eine erfreuliche Marktphase und konnte auf breiter Basis zulegen. Die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen sowie italienischer 10-jähriger Staatsanleihen fielen im Mai merklich um 0,13% und führten somit zu einem Zugewinn in diesem Segment. Weniger stark ausgeprägt war die Bewegung im Bereich der Unternehmensanleihen, in dem wir allerdings aufgrund eines Verzichts auf eine vollständige Währungsabsicherung in den US-Investments vom Erstarken des
US-Dollars profitieren konnten. Letzteres könnte sich angesichts steigender Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve im Juni durchaus fortsetzen und somit wieder zu einem Problem für einige Emerging Markets werden.

Insgesamt hat unser Publikumsfonds Multi-Asset Global 5 im Mai in der privaten Anteilscheinklasse um 0,28% zulegen können. Für den kommenden Monat sehen wir zunächst unruhige Tage auf die Investoren zukommen. Die Abstimmung zum „Brexit“ in Großbritannien, die Zinsentscheidung der Federal Reserve, die Wahlen in Spanien sowie mit Abstrichen die aktuelle OPEC-Sitzung, die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in dieser Woche und die Entscheidung des Verfassungsgerichts in Karlsruhe zu dengeldpolitischen Entscheidungen der EZB, haben das Potenzial, signifikante Kursbewegungen am Kapitalmarkt auszulösen. Wir sind daher der Auffassung, dass eine defensive Aufstellung des Portfolios aktuell ratsam ist, um von unliebsamen Überraschungen verschont zu bleiben. Einen dezidiert pessimistischen Ausblick für die kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle damit allerdings nicht geben.

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Wochenrückblick KW20