Kein wirkliches Sommerloch

Daniel Hardt (Fondsmanager Gauly | Dittrich | van de Weyer)

Daniel Hardt (Fondsmanager Gauly | Dittrich | van de Weyer)

In den letzten Tagen vor dem Monat August ist es in der Wirtschaftspresse nicht unüblich darauf hinzuweisen, dass wir uns nun langsam in die Sommerpause verabschieden und daher in den kommenden Wochen keine großen Aktivitäten an den Börsen zu erwarten sind.

In der Tat ist der Monat August in vielen Ländern eine Art Urlaubsmonat für das gesamte Volk und daher verhältnismäßig arm an großen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Ein Blick auf die offiziellen Statistiken der Deutschen Börse enthüllt allerdings, dass das Handelsvolumen, z.B. im Xetra-Handel über die letzten 15 Jahre gemessen, weniger als 3,5% unterhalb des Durchschnitts liegt. Ganz anders sieht es da schon im Monat Dezember aus: Kurz vor Jahresende liegt das monatliche Handelsvolumen über 20% unterhalb des monatlichen Durchschnittswertes.

Gänzlich ohne große politische und wirtschaftliche Neuigkeiten geht es aber auch im Sommer nicht. Die Notenbanksitzungen der US Federal Reserve und der Bank of England werden mit Spannung verfolgt und können die Stimmung besonders in ereignisarmen Zeiten länger prägen. Während bei der US Federal Reserve der graduelle Ausstiegsprozess aus dem Krisenmodus weiter debattiert wird (Ergebnisse lagen dem Verfasser zum Zeitpunkt der Erstellung des Kommentares nicht vor), geht es bei der Bank of England am 4. August 2016 um eine Leitzinssenkung in Höhe von 25 Basispunkten sowie um eine Ausweitung sogenannter zweckgebundener Notenbankkredite. Aus unserer Sicht hätten signifikante Abweichungen von den Markterwartungen in beiden Fällen das Potenzial, die Sommerruhe zu stören.

Abgesehen von der Notenbankpolitik ist der Fokus weiterhin auf die Berichtsaison großer Aktiengesellschaften gerichtet. Auf beiden Seiten des Atlantiks liegen nun ca. ein Drittel aller Ergebnisse vor und sind „überraschend“ positiv. Auf amerikanischer Seite liegen die berichteten Gewinne laut Bloomberg 5,3% über den Erwartungen, in Europa sogar 6,9%. Ein Blick auf die Umsatzzahlen ist weniger erfreulich, hier konnten nur die US-Unternehmen im Durchschnitt die Erwartungen erfüllen. Das Gewinnwachstum im Vergleich zum 1. Quartal liegt aktuell bei den S&P 500 Unternehmen bei -4,3% und bei den größten europäischen Unternehmen bei -2,7%. Insgesamt werden die Ergebnisse an den Aktienmärkten positiv aufgenommen.

Eine andere Geschichte schreibt aktuell der Ölpreis. Dieser war bei seinem Absturz unter 30 US-Dollar pro Fass WTI-Leichtöl im 1. Quartal 2016 noch ein wichtiger Einflussfaktor für die globalen Aktienmärkte und dabei täglich in den Schlagzeilen. Seit der Rohölpreis sich allerdings im 2. Quartal wieder über die wichtigen Marken von 40 bzw. 50 US-Dollar pro Fass gearbeitet hatte, ist dieses Thema fast gänzlich aus den Wirtschaftsnachrichten verschwunden. Dies könnte sich in den kommenden Wochen unter Umständen wieder ändern, da sich der Trend am Rohölmarkt nach unten gedreht hat. Aktuell notiert das Barrel WTI-Öl nur noch bei 42,60 US-Dollar und läuft Gefahr, ähnlich wie im letzten Jahr, seinen Höchststand im Juni gesehen zu haben. Bei einer Fortsetzung des negativen Ölpreis-Trends unterhalb der 40 US-Dollar-Marke würde der Ölpreis als Inflationstreiber in diesem Jahr gänzlich ausfallen und somit ein Hindernis für weitere, ultraleichte geldpolitische Maßnahmen seitens der Notenbanken eliminieren. Solche könnten angesichts schleppender Wachstums- und Arbeitsmarktzahlen in vielen Regionen der westlichen Welt bald wieder aus Politik- und Kapitalmarktkreisen gefordert werden. Es lohnt sich daher, den Rohölpreis im Auge zu behalten.

Fisch besser Fisch – über Nachhaltigkeit und Reduktion von nachteiligen externen Auswirkungen

Bonafide Global Fish Fund

Bonafide Global Fish Fund

Unser Ansatz ist es, die sozialen und ökologischen Impact Komponenten durch Best-Practice- Methode, sowie in einem evolutionären Vorgang in allen Aspekten des Due Diligence Prozesses zu integrieren.

Die weltumspannende Fischindustrie ist sehr fragmentiert. Dazu kommt, dass öffentliche Firmen in der Gesamtbetrachtung hinsichtlich Nachhaltigkeit eine limitierte und selektive Qualität von relevanten Information zur Verfügung stellen. Heutige Industriestandards wie MSC, ASC oder Friends of the Sea, adjustieren nur zwar die asymmetrische Informationslage von Käufer versus Verkäufer im Ökosystem. Jedoch sind diese Zertifizierungen nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Es gibt andere, deutlich umfangreichere Qualitätskennzeichen die signifikant besser sind da kritische Faktoren berücksichtigt werden können – nicht zuletzt weil sie generell unabhängiger sind. Wiederum jedoch sind solche Normen noch im Aufbau und benötigen vorgängig einen höheren Bekanntheitsgrad und allgemeine Anerkennung.

Wir akzeptieren den Fakt, dass über eine halbe Milliarde Menschen der Weltbevölkerung abhängig ist von einem der ältesten Gewerbe – der Fischerei, und diese auch eine entsprechende Verantwortung trägt Nahrung und Protein heute bereitzustellen. Allerdings sind wir bestrebt eine aktive Rolle dabei einzunehmen jene Marktteilnehmer zu bevorzugen, welche im Minimum ein relativ fortgeschrittenes Niveau haben und zudem offensichtlich engagiert sind ihren Betrieb zu verbessern. Wir sehen den Sektor heute in einer Übergangsphase welche Zeit beansprucht, richtig gute Innovation, ein solides und der Nachhaltigkeit bewusstes Management wie auch eine erhebliche Menge von Kapital.

 

Bonafide Global Fish Fund – relevante Nachhaltigkeitsindikatoren

In unserer qualitativen Beurteilung während des Investitionsprozess von Bonafide Global Fish Fund (UCITS) sind folgende Nachhaltigkeitsindikatoren wichtig für uns:

Ökologisch

  • Farm Typ
  • Impfprogramm
  • Fütterung und deren Zusammensetzung
  • Wasserverbrauch und -quelle
  • Abfallverwertung

Sozial

  • Mitarbeiterfluktuation und -bindung
  • Vorsorge und Versicherung der Mitarbeiter
  • Sicherheitsstandards
  • Arbeitsklima
  • Ausrüstungsqualität und -zustand

Besicherte Anleihen für Unternehmen der Sharing Economy

AHP Capital Management GmbH

AHP Capital Management GmbH

Innovatives Geschäftsmodell: Einem durchaus interessanten Anleihe-Konzept hat sich die Investmentboutique AHP Capital Management GmbH (AHP) verschrieben, die in den letzten Monaten nach eigenen Angaben gleich mehrere besicherte Anleihen für Unternehmen der sogenannten Sharing Economy (Unternehmen, die Produkte vermieten und nicht verkaufen) arrangiert und platziert habe.

Die bislang von der AHP arrangierten Unternehmensanleihen (u.a. Mobilitätsanleihe und Musikanleihe) haben Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren und sind mit Zinskupons zwischen fünf und sechs Prozent ausgestattet. Die Volumina liegen im untereren einstelligen Millionenbereich.

Verändertes Konsumverhalten
„Mit unserem Konzept der besicherten Anleihe bedienen wir gleich zwei besondere Herausforderungen: zum Einen lösen wir bei Unternehmen, die im Mittelpunkt des sich verändernden Verhaltens der Konsumenten stehen, ein Finanzierungsproblem und zum Anderen schaffen wir Investmentmöglichkeiten für Investoren, die im aktuellen Zinsumfeld jenseits der Aktienmärkte Anlagen suchen, die bei überschaubarem Risiko eine attraktive Rendite in Aussicht stellen“, sagt Frank Ackermann, Geschäftsführer der AHP Capital Management GmbH. Entscheidend sei aber auch, dass die Unternehmen bzw. Emittenten über belastbare Cash Flows und abtretbare Sicherheiten verfügen.

(…Weiterlesen auf Anleihen-Finder.de)

AHP Capital Management GmbH Produktseite

Unruhige Zeiten für Anleger voraus!

Daniel Hardt (Fondsmanager Gauly | Dittrich | van de Weyer)

Daniel Hardt (Fondsmanager Gauly | Dittrich | van de Weyer)

Am frühen Morgen des 24. Junis stand es fest: Die Briten wollen die Europäische Union verlassen! Für Europa brach in diesem Moment mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neues Zeitalter an und die erste Reaktion an den Börsen fiel dementsprechend drastisch aus: Der Pfund-Sterling/US-$-Wechselkurs fiel auf das niedrigste Niveau seit 1985 und der DAX eröffnete bei -11%. Auch in den folgenden Tagen dominierte die Unsicherheit an den Kapitalmärkten (der Volatilitätsindex VIX – ein Maß für Unsicherheit am amerikanischen Aktienmarkt – stieg von 18 auf über 26) und bescherte den Aktienmärkten eine Achterbahnfahrt, die allerdings nicht zu einem häufig befürchteten Strukturbruch führte. Im Tief lagen die Leitindizes DAX, EuroStoxx 50 und S&P 500 ca. 11%, 13% und 5% unter ihren Niveaus vom Monatsanfang. Diese Verluste konnten jedoch bis zum Monatsende, im Falle des DAX und des EuroStoxx 50 durch eine Gegenbewegung auf 5,7% und 6,5%, reduziert werden. Der S&P 500 beendete den Monat mit +0,3% sogar leicht im Plus.

Bereits in unserem letzten Kommentar hatten wir darauf hingewiesen, dass die Abstimmung zum „Brexit“ in Großbritannien, die Zinsentscheidung der Federal Reserve und die Wahlen in Spanien das Potenzial haben, signifikante Kursbewegungen am Kapitalmarkt auszulösen. Als Konsequenz stand in unseren Mandaten erneut das Risikomanagement im Fokus und führte schon frühzeitig zu einer generell verminderten Aktienquote, Vermeidung von Aktienpositionen in Europa sowie einer aktiven Long-Position im US-Dollar. Dies hat sich rückblickend als die richtige Entscheidung herausgestellt: So verlor z.B. unser Publikumsfonds Multi-Asset Global 5 in den beiden Tagen nach der Brexit-Abstimmung nur ca. 0,1% und konnte seitdem fast 1% im Wert zulegen, bei akzentuiertem Wiederaufbau von Risikopositionen. Auf Monatsbasis lag der Ertrag im Juni sogar bei 1,14%, bei einer gleichbleibend stabilen Volatilität in Höhe von nur 3,3% p.a. Einen gewichtigen Beitrag zum positiven Ergebnis lieferten dabei auch die Staats- und Unternehmensanleihen, die trotz niedrigem Zinsniveau weiterhin noch ein wichtiger Bestandteil des Portfolios sein sollten.

Wie geht es nun weiter? In dieser Woche startet offiziell die Berichtsaison der S&P 500 Unternehmen. Wir gehen auch dieses Mal davon aus, dass eine überwältigende Anzahl von Unternehmen die an sie gestellten Gewinnerwartungen deutlich übertreffen werden, allerdings zeichnet die absolute Höhe der Gewinnerwartungen ein düsteres Bild: Basierend auf Berechnungen der Deutschen Bank liegen die prognostizierten Gewinnerwartungen pro Aktie für die S&P 500 Unternehmen für das 2. Quartal 2016 im Mittelwert 5,7% unterhalb des Wertes vom 2. Quartal 2015. Dieser Wert bleibt auch negativ, wenn die Finanz- und die Rohstoffbranchen herausgerechnet werden. Für das Wachstum der Unternehmensumsätze wird ein um 0,8% schlechterer Wert als vor einem Jahr erwartet.

Auf europäischer Seite sieht die Lage mittelfristig ebenfalls nicht viel positiver aus. Die Konsequenzen aus dem Brexit-Referendum sind weiterhin kaum absehbar und die Hiobsbotschaften aus dem europäischen Bankensektor wollen kein Ende nehmen. Besonders betroffen ist dabei Italien, wo besonders viele „faule“ Kredite auf den Bankbilanzen liegen und das Eigenkapitel der Kreditinstitute vernichten. Ministerpräsident Matteo Renzi möchte dieses Problem mit Staatsgeldern lösen, da ihm bewusst ist, dass je nach Schätzung ca. 30 Prozent aller von den italienischen Banken ausgegebenen Anleihen im Privatbesitz italienischer Haushalte liegen. Ein Ausfall dieser Kredite würde daher für großen Unmut unter den italienischen Wählern sorgen und könnte so das wichtige Referendum zur Verfassungsreform im Oktober scheitern lassen. Dies wäre dann höchstwahrscheinlich mit einem Rücktritt Matteo Renzis und weiterer politischer Unruhe in Europa verbunden.

Angesichts dieser Voraussetzungen ist es aus unserer Sicht verwunderlich, dass der S&P 500 nur noch knapp unter seinem Allzeithoch notiert und auch die europäischen Aktienmärkte höhere Verluste vermeiden konnten. Ein wichtiger Grund für die weiterhin hohe Bewertung des S&P 500 könnten z.B. die positiven amerikanischen Arbeitsmarktzahlen vom vergangenen Freitag sein, die den Aktienmärkten noch einmal einen Schub nach oben gaben. Ein Blick auf den Mittelwert des amerikanischen Arbeitsmarktberichts (Non-Farm-Payrolls) zeigt allerdings, dass sich die Zahl der Neueinstellung im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zu den gleichen Zeiträumen 2014 und 2015 verschlechtert hat. Dies wird allerdings von manchen Kapitalmarktexperten positiv gedeutet, da somit eine Zinsanhebung der US-Notenbank Federal Reserve aus ihrer Sicht immer unwahrscheinlicher wird. Ob diese Erwartungshaltung an die Notenbanken wirklich der Grund für die hohen Bewertungen an einigen Aktienmärkten ist, werden wir vielleicht schon in dieser Woche erfahren. Am Donnerstag findet die erste Sitzung der Bank of England nach dem Brexit-Referendum statt und alles außer einer Zinssenkung würde vom Kapitalmarkt höchstwahrscheinlich als Enttäuschung wahrgenommen werden.

Brexit, Banken & Fondsnachrichten von Quint:Essence Capital

271 Jahre alt – überlebt auch einen Brexit: Pub in Cambridge

22.400.000 Treffer: Das muss wichtig sein.

Kennen Sie die Zahl des Monats? Sie lautet: 22.400.000. Zweiundzwanzig Millionen vierhunderttausend Treffer zeigt Ihnen Google an, wenn Sie nach „Brexit – consequences“ suchen. Das klingt nach ultimativer Wichtigkeit, nach Hype. Doch im Gegensatz zu den medienwirksam propagierten Katastrophenszenarien präsentieren sich die Auswirkungen dieses Paradebeispiels an gelebter Demokratie bis jetzt bemerkenswert harmlos: Nach der anfänglichen Aufregung sind die Märkte zu ihrer mittlerweile „normalen“ Volatilität ohne klare Richtung zurückgekehrt.

Die Briten trinken immer noch Tee, lieben ihre Pubs und es gibt bis jetzt auch noch keinen Krieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Kontinentaleuropa. Das wird auch so bleiben. Sobald sich die führenden EU-Politiker mit vollmundigen Forderungen nach einer harten Gangart gegen die Briten verbal ausgetobt haben und sich ihre Hysterie gelegt hat, werden sie vernünftige Austrittsverhandlungen mit Großbritannien führen. Nehmen Sie uns beim Wort: Als Ergebnis dieser Verhandlungen wird der Zugang Großbritanniens zum europäischen Binnenmarkt weitgehend erhalten bleiben.

 

Dann ist also alles klar? Keineswegs. Denn nicht der Brexit oder eventuelle Nachahmer gefährden unseren Wohlstand, sondern die EZB. Es hat sich nichts daran geändert: Die Europäische Zentralbank treibt mit ihrer beispiellosen Zinspolitik und ihrem OMT-Programm Anleger in unangemessene Risiken. Sie zerstört Vermögen. Dagegen ist der Brexit allenfalls ein small event.

 

Kein Ort zum Relaxen- Investments in Finanztiteln

Uns gefällt das nicht: Banken.

Marktteilnehmer sind Meister des Verdrängens. Es zeigt sich gerade wieder. Längst Bekanntes sorgt auf einmal wieder für Unruhe. Aktuelles Beispiel: Die Banken innerhalb der Eurozone leiden unter den Problemkrediten der vergangenen Jahre sowie den extrem niedrigen Zinsen. Das gilt nach wie vor und ist keine wahrlich neue Erkenntnis. Seit 2008 schreiben wir: Finger weg von Bank- und Finanztiteln. Am schlimmsten steht es um die Banken Italiens. Sie sind von den niedrigen Zinsen härter betroffen als die Banken anderer EU Länder. Denn ihr Geschäft beruht hauptsächlich auf klassischen Bankdarlehen. Das macht sie abhängiger von Zinseinkünften als Banken anderer Länder. Zugleich fehlen ihnen nennenswert gebührenträchtige Aktivitäten wie Vermögensmanagement und Investmentbanking. Stattdessen sitzen die Italiener auf einem Kreditportfolio, das zu 17 % aus Problemfällen besteht. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 betrug dieser Prozentsatz in den USA 5 %. Unsere Quintessenz: Wir investieren auch in Zukunft ganz sicher nicht in diesen Sektor.

Als wäre das nicht schon genug, machen der EZB auch ein noch immer zu geringes Wirtschaftswachstum und niedrige Inflation Sorgen. Die Notenbank wird weiterhin versuchen, die Wirtschaft durch Niedrigzinsen und Anleihenkäufe zu stimulieren. Da der Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen bereits jetzt aufgrund des begrenzten Angebots geeigneter Wertpapiere an seine Grenzen stößt, ist es durchaus denkbar, dass die EZB in Zukunft auch vor Aktienkäufen nicht zurückschreckt. Dementsprechend sind weiter steigende Wertpapierpreise gut möglich – selbst wenn sie fundamental nicht gerechtfertigt sind.

 

Leider kann niemand zuverlässig abschätzen, wie lange die EZB ihre Politik aufrechterhalten kann oder will. Wir setzen deshalb weiterhin ganz konservativ auf die Qualität unserer Einzelinvestments. Auf diese Weise partizipieren wir am jetzigen Bullenmarkt solange dieser noch anhält und sind im Falle eines Rücksetzers oder Bärenmarkts langfristig geschützt.

 

Fels in der Brandung- Quint-Essence Strategy Dynamic

Quint:Essence Strategy Dynamic: Die Mischung macht’s.

Im Juni ist der Anteilspreis des Quint:Essence Strategy Dynamic um  ca. 2,51 % gefallen. Im gleichen Zeitraum verlor der DAX fast 7 %. Zum Vergleich: Die positive Marktstimmung im Mai ließ unseren Fonds um 1,4 % steigen, den DAX ebenso. Die volle Teilnahme des Fonds an den steigenden Kursen im Mai gepaart mit der im Vergleich zum DAX, unterdurchschnittlichen Partizipation an den fallenden Kursen des Juni unterstreicht die risikoreduzierende Wirkung unseres Qualitätsinvestmentprozesses.

Wir haben im vergangenen Monat einige Veränderungen am Portfolio des Quint:Essence Strategy Dynamic vorgenommen: Unsere Position in Flugzeughersteller Boeing stockten wir auf. Wir gehen davon aus, dass Boeing aufgrund seiner intensiven Anstrengungen im Bereich der Produktionsautomatisierung weitere Fortschritte in Qualität und Effizienz macht und seine Produktionskosten weiter senkt. Auch die Auftragslage des Unternehmens stimmt optimistisch: So hat der Iran kürzlich Flugzeuge im Wert von 17,6 Milliarden US Dollar bei Boeing bestellt. Die Aktie hat somit deutliches Kurssteigerungspotenzial und weist gegenwärtig eine Dividendenrendite von ca. 3,4 % auf. Sportartikelhersteller ADIDAS hat mit einem Preisanstieg von 43 % seit Januar 2016 bereits einen kräftigen Performancebeitrag zum Dynamic Portfolio geleistet. Deshalb haben wir einen Teil der Position zwecks Gewinnmitnahme liquidiert. Wir sind weiterhin von dem Unternehmen überzeugt und bleiben trotz der ambitionierten Bewertung der Aktie mit ca. 3,8 % des Gesamtportfolios in ADIDAS investiert. Um das konservative Element des Strategy Dynamic in diesen bewegten Zeiten etwas auszubauen, bauten wir unsere Position im Chemie-Schwergewicht BASF auf nunmehr 4,1% des Portfolios aus. Mit diesen Veränderungen sehen wir den Quint:Essence Strategy Dynamic gut positioniert, um die Unwägbarkeiten der kommenden Monate relativ unbeschadet zu überstehen und seine langfristigen Wachstumsziele zu erreichen.

 

Investieren mit Gelassenheit- Quint-Essence Strategy Defensive

Quint:Essence Strategy Defensive: Wenig Volatilität.

Mit einem Ergebnis von -0,37 % konnte sich der Quint:Essence Strategy Defensive den stark schwankenden Märkten des vergangenen Monats fast komplett entziehen. Mit dieser Fonds-Performance sind wir durchaus zufrieden. Sie ist eine gute Ausgangsbasis für den Rest des Jahres. Weil die Situation an den Anleihemärkten nach wie vor äußerst problematisch ist, haben wir damit begonnen, das Defensive- Portfolio behutsam zu verändern. Die extrem niedrigen (teilweise sogar negativen) Anleiherenditen zwingen uns, den traditionell hohen Anleiheanteil am Fondsportfolio etwas zu reduzieren und Alternativen mit einem vernünftigeren Rendite/Risiko Verhältnis zu finden. Anfang Juni haben wir deshalb eine weitere Aktie in das Defensive – Portfolio aufgenommen: Verizon Communications ist ein in New York beheimateter Telekom Gigant mit einer Marktkapitalisierung von ca. 230 Milliarden US Dollar. Als Bestandteil des Dow Jones Industrial Average (Dow Jones Index) gehört Verizon zu den 30 bedeutendsten und etabliertesten Unternehmen der USA. Mit einem aktuellen Kurs-Gewinnverhältnis von 12 bis 13 ist die Aktie günstig bewertet.

Aufgrund des günstigen Preises und der starken Marktstellung des Unternehmens halten wir das Risiko eines größeren Kursverlustes für relativ gering. Die Dividendenrendite beträgt beim aktuellen Preis gut 4 % und ist somit sehr attraktiv. Die Tatsache, dass sich durch diesen neuen Portfoliobestandteil auch der Anteil des US Dollar am Fondsportfolio erhöht, nehmen wir angesichts der Unsicherheiten im Euroraum gerne in Kauf.

 

Autor:
Thomas Gerber
Quint:Essence Capital S.A, Luxembourg

Luxemburg und der Brexit: Spekulieren Sie noch oder investieren Sie schon?

Stahlwerk - Josef Koppers

Spekulationen sind spannend. Und stets unterhaltsamer Lesestoff. Nicht müde werden Journalisten zahlreicher Couleur derzeit darin, auszurechnen und mit ausführlichen Tabellen, Kuchengrafiken oder beredten Worten zu unterstreichen, welche Stadt das Erbe des Finanzplatzes London nach dem Brexit antritt. Auch die Marketingstrategen der Städte und Regionen oder die örtlich zuständige Finanzlobby sind längst aktiv. Die üblichen Verdächtigen werden genannt und bewertet. Es sind die einschlägigen Finanzmetropolen oder solche, die es gerne werden wollen.

Luxemburg – nicht nur in den Spekulationen vorne

Natürlich taucht auch Luxemburg in allen Rankings und Vorhersagen auf, zumeist auf einem der vordersten Plätze, je nachdem was und von wem was untersucht wird. Ganz vorne steht das Großherzogtum, wenn es um den Fondsstandort geht. Dass dabei tatsächlich eine besondere Beziehung zu den europamüden Briten besteht, veranlasste den Luxemburger Fondsverband dazu, gleich am Tag nach dem Referendum eilig eine Presseerklärung zu veröffentlichen, in der zu lesen war:

“The Luxembourg fund industry has a very good relationship with the UK financial services industry and we will work to maintain these good relations. Luxembourg-domiciled investment funds originating from UK asset managers represented 16.5% of the total assets under management in Luxembourg at the end of March 2016 – the 2ndS largest group after US asset managers. Several large UK asset managers have made Luxembourg an important part of their strategy for the global distribution of investment funds and have established important UCITS (and AIFMD) management companies in Luxembourg“

(Quelle: http://www.alfi.lu/node/3273)

Damit liegt der Hut im Ring und macht den Weg frei für mannigfache Überlegungen. Angefangen mit reinen Arbeitsmarkt – Zahlenspielen (man nehme 1 % der Londoner Finanzbeschäftigten und transferiere sie – natürlich nur in Gedanken – ins Großherzogtum und schon entstehen 7.000 Arbeitsplätze) gelangt man schnell zum Immobilienmarkt, der, wie es eine Lokalzeitung aus dem angrenzenden Trier mutmaßte, von den Neuankömmlingen „befeuert“ werde.

Es sei dahingestellt, was von alledem Wunschdenken, reine Spekulation oder doch der wahrscheinliche Lauf der Dinge ist. Tatsache ist vor allem dieses: Erstens, Luxemburg hat tatsächlich einen seit Jahrzehnten angespannten (Wohn-)Immobilienmarkt. Zweitens, Luxemburg hat schon vor mehr als 10 Jahren den Weg eingeschlagen, sich unabhängiger vom Auf und Ab der Finanzmärkte zu machen, deren (Schock-)Wellen mitunter so wenig vorhersehbar wie beherrschbar sind.

Luxemburg 3.0: Wissenschaft und Forschung

Werfen wir zunächst einen Blick auf Letzteres. Wer die Hauptstadt mit ihren zahlreichen neu entstandenen oder im Bau befindlichen Bürogebäuden Richtung Süden verlässt, wird nach 20 Minuten Autofahrt mit Luxemburgs krisengeschüttelter Vergangenheit konfrontiert, aus der das Land spannendes Neues entwickelt. Nicht nur dem Architekturfan, sondern jedem, der sich über die Zukunft des Landes und seine Rolle in Europa Gedanken macht, sei ein Besuch des alten Stahlhüttengeländes in Esch/Belval empfohlen. Mitten zwischen den früheren Hochöfen entsteht ein Wissenschaftszentrum, als dessen interessantester Zweig hier das Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) genannt sei. 230 Wissenschaftler stehen für internationale Spitzenforschung, maßgeblich gefördert durch einen Staat, der darin auch Synergieeffekte zum Finanzwesen sieht:

Stahlwerk - Josef Koppers

Hier entsteht Zukunft: Stahlwerk mit neuen „Einbauten“ in Esch/Belval

„Denn Länder, die in der Biomedizin erfolgreich sind und ihre Forschungsergebnisse vermarktet haben, haben die Datenbanken von Ärzten, Forschern und Biobanken vernetzt.“

wird die Abteilungsleiterin für neue Technologien im Luxemburger Wirtschaftsministerium in einem Interview zitiert.

Sie beobachten gesunde Menschen über mehrere Jahre, greifen auf ihre Daten zurück, um neue Ansätze zu erforschen, entwickeln Präventionsstrategien, untersuchen Nebenwirkungen von Medikamenten. Wie auch in der Finanzbranche bringt das Herausforderungen im Bereich Sicherheit, Vertraulichkeit und Schutz der Privatsphäre mit sich.“

Ebenso einleuchtend wie zukunftsorientiert.

Wer sieht, wie sich um dieses Wissenschaftszentrum neues urbanes Leben entwickelt, braucht wenig Fantasie für die Vorstellung einer in Kürze tatsächlich blühenden Stadtlandschaft. Mit garantiert steigenden Immobilienpreisen. 

Wohnimmobilienmarkt: seit Jahren steigende Preise

Damit sind wir beim ersten Thema. Auch hierzu erst einmal die Fakten: Um fast 60% auf derzeit 576.000 ist die Einwohnerzahl des Großherzogtums seit 1981 gestiegen (genaue Zahlen abrufbar unter: Link). Die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Quadratkilometer wuchs im gleichen Zeitraum von 141/qkm auf 222,8/qkm. Eine begrenzte Fläche lässt sich eben nicht vergrößern. Die Landesplaner gehen derweil von einem weiteren Wachstum auf mindestens 700-800.000 Einwohner in den kommenden Jahrzehnten aus.

Fest steht, dass allein diese Annahmen aufzeigen, mit welchem Nachfragedruck der Wohnungsmarkt des Landes konfrontiert werden wird – er ist es schon jetzt. Die daraus resultierenden Preissteigerungen lassen sich in diesem auf www.logement.lu veröffentlichtes Schaubild leicht nachvollziehen:

Unbenannt

Wer sich abseits von Zahlen und Grafiken ein Bild vom seit Jahrzehnten angespannten Immobilienmarkt Luxemburgs machen möchte, werfe gelegentlich nur einen Blick auf die Themen, die im staatlichen Immobilienportal www.logement.lu  behandelt werden. Eine der Überschriften, die sofort ins Auge springen: „Baulückenaktivierung und Eigentümeransprache“. Ein Überangebot an Wohnraum klingt anders. Was übrigens nichts Neues ist. Schon seit vielen Jahren ist es so. Auf die Erfüllung des schon vor mehr als einer Dekade oftmals zu hörenden Abgesangs auf Luxemburger Immobilienpreise warten viele Zögernde seit langem vergeblich.

Stahlwerk - Josef Koppers

Luxemburg erfindet sich einmal mehr neu: Wissenschaft statt Stahl

Chance für deutsche Investoren

Interessant, dass sich das Interesse deutscher (institutioneller) Investoren gleichwohl zurückhält. An den noch immer auskömmlichen Renditechancen langfristig orientierter Investments – ideal auch für Stiftungen – kann es nicht jedenfalls liegen. In Entscheidungsgremien herrscht vielmehr noch zu oft der Eindruck vor, das Großherzogtum hänge allein am Tropf der Finanzindustrie und die sei ja bekanntlich im Wandel. Dass genau diese Abhängigkeit längst im Abklingen begriffen ist, wurde eingangs schon dargelegt. Es sei nochmals betont: Luxemburg war und ist ein Land, das im Herzen Europas als Mittler zwischen großen Kulturen stets eine besondere Gabe hat(te), sich neu zu erfinden. Wer das sehen und anfassen will, dem sei der Ausflug nach Esch/Belval empfohlen. Und wer gleichwohl meint, die Finanzindustrie sei für Investitionsentscheidungen nach wie vor wichtig, der mag durch die Rechenspiele über den Profit Luxemburgs aus dem Brexit seine Anregung finden.

Ob mit oder ohne Brexit, dass Luxemburg eine positive Investitionsentscheidung verdient, liegt auf der Hand. Zumal auch die dafür sinnvollen Instrumentarien und rechtlichen Strukturierungsmöglichkeiten im Land ausreichend vorhanden sind. Ergänzt werden sie in Kürze durch ein neues, derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindliches Vehikel. Es ermöglicht Investoren zukünftig ein sehr schnelles Agieren – unabhängig von staatlichen Genehmigungsprozessen. Ideal für Immobilieninvestoren, die auf Marktopportunitäten reagieren wollen.

Der Markt ist da. Strukturen sind es auch. Der Brexit lässt noch auf sich warten. Aber das sollten Investoren nicht. Sondern stattdessen sich eines vor Ort gut vernetzten Partners bedienen. Und handeln.

Autor:
Josef Koppers, Rechtsanwalt (D)
Administrateur-Délégué
Quint:Essence Capital S.A, Luxembourg

Marktkommentar zum Berenberg DyMACS Volatility Premium

Tom Pansegrau, Fondsmanager

Das überraschende Ergebnis der Volksabstimmung in Großbritannien hat an den Märkten zu ausgeprägten Turbulenzen geführt. Der europäische Aktienindex eröffnete am Morgen nach der Brexit-Abstimmung beinahe zweistellig im Minus. Auch die Zinssätze für deutsche Bundesanleihen sind nochmals deutlich auf neue Tiefststände gefallen. Da die Anzeichen kurz vor der Abstimmung noch auf Bremain standen, wurden viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt.

Schwankungen an den Börsen bieten jedoch auch Chancen. Die gestiegene Unsicherheit unter den Marktteilnehmern führt im Berenberg DyMACS Volatility Premium zu attraktiven Prämieneinnahmen. Seit dem Vorabend am Abstimmungstag konnte der Fonds bis zum Monatsende eine Rendite von +0,30 % erreichen. Der europäische Aktienindex liegt bei -5,70 %. Hier zeigt sich die Stärke der Strategie – nämlich eine vom Kapitalmarkt weitestgehend unabhängige Rendite. Unsere Modelle haben das Risikoszenario richtig prognostiziert. Darüber hinaus zahlt sich die breite Diversifikation über mehrere Basiswerte und Anlageklassen aus.

Der Fonds ist auch für konservative Anleger im Portfolio sinnvoll und bietet einen liquiden und kostengünstigen Zugang zu einer langfristig eher gering korrelierten Anlageklasse. Unser Investmentansatz zur Erwirtschaftung der Volatilitätsrisikoprämie ist aktiv und systematisch. Für das Restjahr 2016 sehen wir mit den erhöhten Schwankungen bei Aktien und Zinsen eine gute Gelegenheit für den Berenberg DyMACS Volatility Premium. Das aktuelle Marktumfeld bietet einen günstigen Zeitpunkt zum Einstieg in Volatilitätsstrategien.