Nebenwerte bieten wunderbare Chancen – Marktkommentar von Christian Exner

Die Erleichterung war groß. Nachdem die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl vorbei ist und der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron mit Vorsprung gegen Marine Le Pen von der rechtsextremen Partei Front National in die Stichwahl geht, werden ihm gute Chancen eingeräumt Frankreichs neuer Präsident zu werden. Nach den Wahlen in den Niederlanden, bei denen der Rechtsextreme Geert Wilders ausgebremst wurde, ist die Gefahr, dass die EU auseinanderbricht und die

Christian Exner (Fondsmanager)

Rechtsextremen in Regierungsverantwortung kommen, sehr gering. Der Markt hat das mit großer Erleichterung aufgenommen und zum Teil – wie beim DAX und MDAX – mit neuen Rekordständen quittiert.
Nachdem es auch um US-Präsident Donald Trump etwas ruhiger geworden ist und er möglicherweise schon bald den ersten Entwurf seiner Steuerreform präsentieren will, sind die Probleme von politischer Seite her kleiner geworden – von den kriegerischen Auseinandersetzungen und den Drohungen aus Nordkorea einmal abgesehen. Die Konjunktur wächst rund um den Globus, und auch die Quartalszahlen der Unternehmen sehen im Großen und Ganzen gut aus. Die meisten haben die Erwartungen der Analysten sogar übertroffen. Das gilt sowohl für die USA, wie auch für Europa.

Markt konzentriert sich auf die Blue Chips und vernachlässigt
die Nebenwerte

Also: Alles Friede, Freude, Eierkuchen? Nicht ganz. Die Nervosität an den Märkten dürfte sich zwar nach den Wahlen in Frankreich etwas legen. Und die guten Quartalszahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Unternehmen und deren Gewinne weiterhin gut entwickeln. Doch die jüngsten Kurssprünge haben auch dafür gesorgt, dass sich die Bewertungen weiterhin auf extrem hohem Niveau befinden. Dies gilt vor allem für die Blue Chip-Werte, wie sie sich in Indizes wie dem S&P 500, aber auch im DAX befinden. Hier sehen wir nur noch geringes Potential nach oben, auch wenn wir selbstverständlich wissen: The Trend is your Friend! Das Momentum spricht für noch weiter steigende Kurse auch in den Standard-Indizes. Trotzdem: Das ist uns langsam zu heiß! [Weiterlesen…]

Der Aktienmarkt: Alternativlos oder überwertet?

 

Carsten Vennemann
(CFA, Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Die Antwort auf diese Frage lässt sich – wie die meisten Investmentthemen – nur im Kontext des magischen Dreiecks aus Ertrag, Risiko und Liquidität einerseits, sowie mit Bezug auf die individuellen Anlageziele eines Investors andererseits, beantworten. Letztendlich führt sie so zur Frage nach dem Investmenthorizont, also die Überlegung, ob ich als Investor eher strategisch, auch Marktschwächephasen aussitzend, oder auch taktisch, mit einer Positionierung zum sogenannten Market Timing, operieren will.

Unser Research zeigt, dass es – vereinfacht ausgedrückt – oft darum geht, eine Marktphase hinsichtlich ihres Charakters zu kategorisieren. Nutze ich den Trend, gerade auch als „stop-loss“ zur Risikoreduzierung, wenn es an den Märkten rappelt, oder vertraue ich den langfristigen Perspektiven und nutze die Chancen von Marktschwächephasen durch Positionsaufbau?

In welcher Marktphase befinden wir uns aktuell? Eine umfassende, quantitative Analyse dieser Frage würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, jedoch lassen sich einige, grundlegende Gedanken kategorisieren: [Weiterlesen…]

Resümee mazedonischer Staatsanleihen – Investment Case

Es ist nun ein halbes Jahr vergangen, seit wir Ihnen das letzte Update über eine der am besten gehandelten Investments aus der CEE Region gegeben haben. Wir sprechen über Mazedonische Staatsanleihen, und wir denken, dass diese eine neue Betrachtung wert sind.

Vergangenen Sommer ergänzte Mazedonien seine aktuellen 2020er und 2021er Euro-Anleihen mit einer neuen 2023er Emission. Es ist ein stark überzeichneter Handel, denn das Land borgte 450 Mio. Euro für 7 Jahre und zahlt dabei einen Kupon von 5,625 %. In weniger als einem Jahr ergaben die Anleihen eine Rendite von 11,6 % bei sehr geringer Volatilität. [Weiterlesen…]

Paladin ONE: Die Quadratur des Kreises

Renditen in einem zinslosen Umfeld – und das bei möglichst weitgehendem Kapitalerhalt in schwachen Marktphasen
Es sind verrückte Zeiten, in denen wir leben. Anleger sind gezwungen, Risiken einzugehen, um nicht mit Negativzinsen belastet zu werden. Jeder, der auf Kapitalerhalt angewiesen ist, dennoch aber eine Rendite oberhalb der Nulllinie avisiert, steht entsprechend vor gewaltigen Herausforderungen.

Chancen für Bewährtes

Anleger sind gezwungen, ihre Einstellung hinsichtlich diverser Anlageklassen zu überdenken. Die Zinsen sind noch immer auf Rekordtief, einstmals sichere Häfen existieren nicht mehr. Wer Rendite anstrebt, muss zwangsläufig über Aktien nachdenken. Interessanterweise weisen heute gerade Aktien langfristig weniger implizite Risiken auf als Anleihen. Grund hierfür ist das extrem niedrige Zinsniveau und ein sich abzeichnendes Zinserhöhungsszenario für die kommende Dekade – mit potentiell gravierenden Auswirkungen. [Weiterlesen…]

Positiver Trend der europäischen Aktienmärkte – Der AURETAS Markt- und Fondskommentar

Markt:

Auch im März setzten die Aktienmärkte Ihren positiven Trend seit dem Jahresstart fort. Bestätigt durch solide Wirtschaftsdaten in der Eurozone konnten sich im abgelaufenen Monat europäische Aktienwerte besser entwickeln als amerikanische Titel.  Besonders deutliche Zuwächse konnten im März die Aktienmärkte in Spanien (IBEX 35: +9,6%) und Italien (FTSE MIB: +8,4%) verzeichnen. Unterstützt wurde der positive Trend für europäische Aktienwerte ebenfalls durch den pro-europäischen Wahlausgang in den Niederlanden zur Mitte des Monats. In den USA herrscht weiter Unsicherheit bezüglich der konkreten wirtschaftspolitischen Agenda des US-Präsidenten. Insbesondere die Umsetzung der Maßnahmen mit den zur Beschlussfassung notwendigen Mehrheiten erscheint unsicher (Beispiel: Gesundheitsreform – Abschaffung von „Obamacare“).

Auf der Währungsseite verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro ca. 0,8% und notierte zum Stichtag bei ca. 1,07 (EUR/USD).

Der Goldpreis verlor im Monatsverlauf teilweise über 4%. Der Preis konnte sich aber bei der Marke von 1.200,00 USD pro Feinunze fangen und zum Monatsende die zwischenzeitlichen Verluste fast wieder ausgleichen. [Weiterlesen…]

Eindrücke aus Polen

Meetings mit dem Management der Unternehmen ist für das „INVL Asset Management“-Team ein wichtiger Teil des Anlageprozesses. Aus diesem Grunde trafen wir uns im März mit einem Dutzend an CEOs und CFOs polnischer börsennotierter Unternehmen. Die Eindrücke waren gemischt. Im Land steht eine lange und vielfältige Liste an Unternehmen zur Auswahl bereit. Dabei ist die konsequente Anwendung der richtigen Kriterien jedoch unabdingbar.

Die Treffen mit den Vertretern von Energieunternehmen in staatlicher Hand waren recht unbehaglich. Es ist offiziell vorgesehen, Millionen in neue Energieprojekte zu investieren, jedoch werden die erwarteten Veränderungen bei Rentabilität dieser Unternehmen sehr klein ausfallen. Die Projekte machen einen wertzerstörenden Anschein, aber das Management wird durch die Regierung gezwungen, diese entweder umzusetzen oder aber zurückzutreten. Kurz nach unserem Meeting wurde der CEO von „PZU“ ohne Angabe von Gründen seines Postens enthoben. Es ist so nicht verwunderlich, dass Energieunternehmen mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt werden, jedoch zumindest für einige Zeit besser vermieden werden sollten.

Unternehmen in privater Hand machten einen vollkommen anderen Eindruck. In fast jedem Wirtschaftszweig sind Wachstumschancen zu erkennen. Der Lebensmitteleinzelhändler „Dino“ ist so ein Beispiel und hat seit Jahren zweistellige Wachstumsraten ausgewiesen. Und hier ist zur Zeit kein Ende abzusehen. Der Börsengang von „Dino“ verlief äußerst erfolgreich. Die Aktien waren um ein Mehrfaches überzeichnet und das zu einem Angebotspreis, der höher als das höchste Ausgangsniveau lag. Solch eine Überzeichnung kann ein Anzeichen dafür sein, dass wir am ersten Handelstag einen Run auf dieses Papier erleben werden.

 

Unterschiedliche Entwicklungen der Aktiemärkte

Tom Pansegrau, Fondsmanager

Die Aktienmärkte entwickelten sich im März regional unterschiedlich. Während die Kurse in Europa vor dem Hintergrund positiver Wirtschaftsdaten sehr ordentlich zulegen konnten, legte der amerikanische Aktienmarkt eine Pause ein. Parallel dazu waren Zweifel daran aufgekommen, dass die neue US-Regierung ihre angekündigte Politik wie geplant wird umsetzen können. Der EURO STOXX 50 stieg um mehr als 5% und der S&P 500 handelte nahezu unverändert. Ähnlich verhielt es sich mit den Swap-Sätzen: Während am amerikanischen Rentenmarkt der zehnjährige Swap- Satz stabil war, stieg das europäische Pendant um 9 Basispunkte.

Im DyMACS Volatility Premium haben wir verschiedene Short-Positionen, insbesondere Calls auf den EURO STOXX 50, zur Verlustbegrenzung vorzeitig geschlossen. Insgesamt hatte der Fonds für den Monat März eine leicht negative Performance.

Eine Kaffeeaktie für Obama, Trump und die Welt

Christian Exner, Fondsmanager

Die Korrektur an den Aktienmärkten ist eingeläutet. Endlich, könnte man sagen. Denn die Rally, die besonders in den USA die Indizes wie den Dow Jones oder den S&P 500 zu immer neuen Höchstständen trieb, musste über kurz oder lang eine Pause einlegen. Aktien waren einfach zu teuer geworden. Jetzt hat auch die Euphorie, die US-Präsident Donald Trump durch seine Ankündigungen ausgelöst hatte, ihren Glanz verloren. Die US-Notenbank Fed hat darüber hinaus angekündigt, wohl schon in diesem Jahr damit zu beginnen, den Anleihebestand in ihrer Bilanz, den sie durch ihr Bondkaufprogramm angehäuft hat, abzubauen. Der frühe Zeitpunkt hat die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt. Da können jetzt nur noch herausragende Quartalszahlen die Kurse wieder nach oben treiben. Doch nach den zuletzt guten Quartalen wird hier die Luft nach oben dünn. Viele Anleger hatten zuletzt die Risiken ausgeblendet. Jetzt haben sie einen Gang zurückgeschaltet. Deshalb sehen wir uns auch in unserer defensiven Haltung der letzten Wochen bestätigt, den Aktienanteil in unserem Mischfondsmandat ‚Kapital All Opportunities‘ herunterzufahren und Kasse aufzubauen. Die Zeit für günstigere Einstiegskurse wird kommen.

Die erste Chance hat sich jetzt ergeben. Nachdem wir uns seit Jahresanfang aufgrund der Marktlage mit Neuengagements schwer getan hatten, haben wir jetzt wieder einen Titel gefunden, der genau in unsere Investmentphilosophie passt: günstig bewertet, mit einem hohen freien Cash Flow, der auch vernünftig allokiert wird, sowie einem soliden, wie margenträchtigen Geschäftsmodell. Es handelt sich um die italienische Massimo Zanetti Beverage Group SPA (MZB), die sich voll und ganz dem Kaffee verschrieben hat. [Weiterlesen…]

Klein und wendig

In der Masse der vermögensverwaltenden Fonds gibt es viele kleine Produkte, die einen genaueren Blick wert sind. FONDS professionell stellt drei davon vor.

Bert Flossbach verwaltet inzwischen mehr als 15 Milliarden Euro in seiner Multiple-Opportunities-Strategie. Asbjørn Trolle Hansen wacht im Nordea Stable Return über fast 19 Milliarden Euro, Altmeister Edouard Carmignac kommt mit seinem Carmignac Patrimoine sogar auf mehr als 25 Milliarden Euro. Von solchen Zahlen können die Manager der meisten vermögensverwaltenden Mischfonds nur träumen. Doch die fehlende Größe kann auch ein Vorteil sein: Die Portfoliomanager müssen kein schweres Dickschiff navigieren, sondern können schnell und wendig auf mögliche Chancen und Gefahren reagieren. Außerdem dürfen sie sich in lukrative Nischen vorwagen, die den bekannten Wettbewerbern wegen ihrer Größe vorenthalten bleiben.

Klein und wendig - Fehlende Größe kann auch Vorteile haben

Klein und wendig – Fehlende Größe kann auch Vorteile haben

In der Vielzahl der kleinen Mischfonds gibt es zahlreiche interessante Produkte, die darauf warten, von der breiten Masse erst noch entdeckt zu werden. FONDS professionell stellt drei solche Portfolios vor. Gemein ist ihnen, dass sie weltweit flexibel investieren dürfen, also beispielsweise nicht an eine starre Aktienquote gebunden sind. Außerdem verwalten alle drei Fonds noch deutlich unter 100 Millionen Euro. Die dritte Gemeinsamkeit: Ihre Manager haben bewiesen, dass sie erfolgreich Portfolios verwalten können – die einen länger, die anderen kürzer.

Wachstum Global

Der Wachstum Global, der „Oldie“ unter den drei vorgestellten Fonds, kam schon im November 2008 auf den Markt. Seither ließ der Fonds des Hamburger Vermögensverwalters Proaktiva in jedem einzelnen Kalenderjahr den durchschnittlichen Wettbewerber seiner Morningstar-Kategorie flexibler, global investierender Euro-Mischfonds hinter sich. Im vergangenen Jahr zählte er zu den besten sieben Prozent der Vergleichsgruppe, und auch die ersten beiden Monate dieses Jahres gehörte er zum besten Viertel.

Think Big. Jetzt auch in China.

Good news from the US. Das Zinsniveau steigt und die Wertpapiermärkte fallen – nicht. Das ist nur auf den ersten Blick erstaunlich. Doch der Reihe nach.

Seit der Veröffentlichung des Protokolls des März Federal Open Market Committee Meetings ist klar, wie die US-Zentralbank die amerikanische Wirtschaft und Börsen einschätzt:

  • Das allgemeine Bewertungsniveau von Wertpapieren ist liegt oberhalb der langjährigen Durchschnittswerte. Die Zentralbank sollte ihre Bilanz „normalisieren“.
  • Die Normalisierung der Bilanz soll möglichst passiv erfolgen.
  •  Hauptsteuerungsmechanismus für den Übergang zu einer weniger lockeren Zentralbankpolitik soll die Fed Funds Rate (Zinsrate für Interbankübernachtkredite) sein.

Gute Zeichen für Amerika

Anders gesagt: Das amerikanischen Zinsniveau steigt. Zugleich sinken die Re-Investments der Fälligkeitserlöse auslaufender, im Besitz der Fed befindlicher Anleihen. Unter Berücksichtigung der geplanten expansiven Fiskalpolitik der Trump Regierung sind das gute Nachrichten. Denn die Fed reduziert behutsam ihren wirtschaftlichen Stimulus und verhindert so ein Überhitzen der US –  Wirtschaft, ohne die US  – Wertpapiermärkte durch einen großen Schock in einen Abwärtstrend zu versetzen. Für Anleger bedeutet dies, dass die US  – Aktien- und Anleihenmärkte in naher Zukunft zwar nicht die großen Wachstumstreiber sein werden. Andererseits steht dort aber auch kein größerer und länger dauernder Kurssturz an.

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